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Nichtbinäre Geschlechtsidentität
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Nichtbinäre Geschlechtsidentität, kurz nichtbinär oder non-binär (englisch nonbinary, kurz enby), ist eine Sammelbezeichnung fĂźr Geschlechtsidentitäten von Menschen, die sich nicht ausschlieĂlich als männlich oder weiblich identifizieren und sich als auĂerhalb der zweigeteilten, binären Geschlechterordnung verstehen. Aus dem Englischen wurde dafĂźr auch die Bezeichnung genderqueer [ËdĘÉndÉkwÉŞÉĚŻ] Ăźbernommen (queer gender: abweichendes soziales Geschlecht); international wird oft die Bezeichnung gender-nonkonform verwendet (vergleiche Nonkonformismus). Nichtbinäre Geschlechtsidentitäten kĂśnnen auch als transgeschlechtlich verstanden werden.
Contents
⢠Definitionen
⢠genderqueer
⢠genderfluid
⢠bigender
⢠pangender
⢠trigender
⢠agender
⢠demigender
⢠abinär
⢠Geschichte
⢠Verbreitung
⢠Deutsche Sprache
⢠Andere Sprachen
⢠Aktionstage
⢠Flaggen
⢠Filmkultur
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Begriffsdiskussion
Mit biologischem Geschlecht oder Geschlechtsmerkmalen hat die Nichtbinarität einer Person nichts zu tun, auch wenn manche intergeschlechtliche Menschen sich als nichtbinär identifizieren. Die geschlechtliche Identität ist zu unterscheiden von der sexuellen Identität: Die romantischen Ausrichtungen und sexuellen Orientierungen von nichtbinären Menschen sind genauso unterschiedlich und vielfältig wie die von âbinärenâ Personen (cis oder trans Männern und Frauen). Eine nichtbinäre Geschlechtsidentität ist oft nicht am Erscheinungsbild oder am Verhalten der Person abzulesen und muss nicht androgyn sein (männliche und weibliche Eigenschaften vereinend) â nichtbinäre Menschen bringen ihr IdentitätsgefĂźhl in verschiedenen Weisen zum Ausdruck (vergleiche Unterschiede zwischen Geschlechtshabitus und Geschlechtsrolle).
Die Ausprägung genderfluid (von fluid âflieĂendâ) bewegt sich zwischen den Geschlechtern männlichâweiblich (oder weiteren), teils in wechselnder Ausformung oder veränderlich. Eine bigender Identität vereint Elemente von zwei Geschlechtern, pangender schlieĂt alle Geschlechter ein. Daneben gibt es Personen, die sich (zeitweise) gar keinem Geschlecht zugehĂśrig fĂźhlen und sich als agender (âungeschlechtlichâ) oder neutral definieren. DarĂźber hinaus gibt es weitere Selbstbezeichnungen zur Beschreibung der eigenen Identität. Als nichtbinär verstehen sich auch Personen, die sich einem dritten Geschlecht zuordnen (vergleiche die rechtliche Geschlechtsoption âdiversâ) oder einer gänzlich anderen Geschlechtsvorstellung (vergleiche X-gender, Postgender). Als nichtbinär bezeichnen sich auch Personen, die ihre Geschlechtsidentität bewusst nicht genauer benennen und nicht auf eine traditionelle Geschlechterrolle festgelegt werden wollen.
Viele Nichtbinäre bevorzugen geschlechtsneutrale Pronomen (FĂźrwĂśrter), im englischsprachigen Raum vor allem das singulare they (im Deutschen nicht Ăźbersetzbar). Das Konzept der Nichtbinarität entwickelte sich in den 1990er Jahren in den USA (siehe unten) und wird seit 2010 zunehmend Ăśfter in den Medien weltweit behandelt. Im Jahr 2020 ergab eine US-amerikanische Befragung von 50.000 Studierenden einen Anteil von 3,7 % nichtbinären Personen (Details). In Deutschland enthält das Achte Sozialgesetzbuch seit Juni 2021 die Formulierung âtransidente, nichtbinäre und intergeschlechtliche junge Menschenâ (§ 9 Abs. 3 SGB VIII)cite-ref-1[1] (siehe Entwicklung im deutschsprachigen Raum).
Nichtbinäre Geschlechtsidentitäten
Nichtbinäre Geschlechtsidentitäten ergeben sich allgemein nicht aus bestimmten KĂśrpermerkmalen, sondern aus dem eigenen Geschlechtsempfinden einer Person, schreibt das Regenbogenportal des deutschen Familienministeriums 2019.cite-ref-regenbogenportal-nicht-bin-r-5-0[5] Arn Sauer, Politologe und Mitarbeiter fĂźr Gender-Mainstreaming am deutschen Umweltbundesamt, erklärt 2017 zur EinfĂźhrung seines LSBTIQ-Lexikons der Bundeszentrale fĂźr politische Bildung: âSelbstdefinitionen und Selbstbeschreibungen sind immer anzuerkennen, sie sollten nicht in Frage gestellt, sondern als ein weiterer Teil einer sich ausdifferenzierenden, sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt begriffen werden. Und damit als Bereicherung!âcite-ref-vorbemerkung-6-0[bpb: 1]
âNicht-binär: Dieser Ausdruck wird von einigen verwendet, um Personen zu beschreiben, deren soziales Geschlecht nicht ausschlieĂlich männlich oder weiblich ist, einschlieĂlich derjenigen, die sich als keinem Geschlecht, oder einem anderen Geschlecht als männlich oder weiblich, oder mehr als einem Geschlecht zugehĂśrig identifizieren.â
nonbinary Das US-WĂśrterbuch Merriam-Websterâs Dictionary fĂźhrt die Bezeichnung zusammengeschrieben:
ânichtbinär (Adjektiv) C): bezugnehmend auf eine Person oder diese selbst, welche sich mit einem Geschlecht identifiziert oder dieses ausdrĂźckt, das weder gänzlich männlich noch gänzlich weiblich istâ
ânonbinary (adjective) c): relating to or being a person who identifies with or expresses a gender identity that is neither entirely male nor entirely femaleâcite-ref-webster-nonbinary-8-0[7]
gender-nonconforming
lccn Unter der Bezeichnung gender-nonconforming people (âgeschlechts-nonkonforme Personenâ) erfasst die US-Kongressbibliothek seit 2017 die Themen gender-variant, genderqueer, non-binary people als Identifikator (siehe Studie 2018).cite-ref-lccn-nonconforming-9-0[8] Bei der weltweiten Befragung des Gender Census von 44.500 Personen im Jahr 2021 wählten 33 % gender non-conforming als Selbstbezeichnung (identity word).cite-ref-gendercensus2021-10-0[9]
Im Unterschied zu dieser Bedeutung erklärt das Regenbogenportal die Bezeichnung âgender(non)konformâ als Abweichung in Verhalten oder Aussehen von gesellschaftlich vorherrschenden Ideen Ăźber ein bestimmtes Geschlecht (Geschlechterrolle).cite-ref-regenbogenportal-nonkonform-11-0[10]
Definitionen
Die US-Sozialpsychologen Bosson, Vandello und Buckner definieren 2018 die einzelnen Bezeichnungen wie folgt (Ăźbersetzt):cite-ref-bosson-2018-9-12-0[11]
⢠transgender (transgeschlechtlich): Personen, deren psychologische Geschlechtsidentität nicht mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht ßbereinstimmt
⢠genderqueer: Personen, die sich als weder/noch identifizieren, oder als beides oder als Kombination von Mann und Frau
⢠genderfluid: Personen, deren Geschlechtsidentität sich verschiebt oder flexibel verändert, statt anhaltend gleich zu bleiben
⢠bigender: Personen, die zwischen den Geschlechtsidentitäten Frau und Mann wechseln
⢠trigender: Personen, die zwischen Frau, Mann und einer dritten Geschlechtsidentität wechseln (siehe pangender)
⢠agender: Personen, die sich als ungeschlechtlich empfinden
Das Websterâs erklärt diese Varianten von gender identities mit ähnlichem Wortlaut,cite-ref-webster-nonbinary-8-1[7] ebenso das britische Oxford English Dictionary.cite-ref-oed-nonbinary-13-0[12]
Des Weiteren findet sich die Bezeichnung demigender (âhalbgeschlechtlichâ) sowie in Deutschland als alternativer Vorschlag die Bezeichnung abinär anstelle von nichtbinär (weil das eine Negation ist).
androgyn Zur Bezeichnung androgyn (Androgynie) schreibt das LSBTIQ-Lexikon der Bundeszentrale fĂźr politische Bildung 2017:
âEntsprechend seiner griechischen Wurzeln (andros fĂźr âMannâ und gyne fĂźr âFrauâ) beschreibt das Wort androgyn das Zusammenfallen von männlichen und weiblichen Attributen. Es kann sowohl eine Geschlechtsidentität mit einer Kombination aus weiblichen und männlichen Eigenschaften ausdrĂźcken, als sich auch einfach auf das ĂuĂere, die Kleidung, das Auftreten einer Person beziehen. In der Umgangssprache wird mit Androgynität meist geschlechtliche Uneindeutigkeit bezeichnet.âcite-ref-androgynit-t-14-0[bpb: 2]
transgeschlechtlich
â
Hauptartikel
:
Transgeschlechtlichkeit
Als transgeschlechtlich werden Personen bezeichnet, deren Geschlechtsidentität nicht oder nicht vollständig mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht ßbereinstimmt.cite-ref-15[13]
Transgeschlechtlich und die englische Entsprechung transgender sind Oberbegriffe (umbrella term),cite-ref-public-oed-2018-03-29-16-0[14] die sowohl Personen mit binärem Geschlecht (trans Männer und trans Frauen) als auch Personen mit nichtbinärer Geschlechtsidentität umfassen, da bei diesem Personenkreis ebenfalls die Geschlechtsidentität von dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht abweichen kann.cite-ref-17[15]cite-ref-0-18-0[16] Teilweise wird die Bezeichnung als transgeschlechtlich abgelehnt, da dieser Begriff eine Binarität der Geschlechter betone bzw. voraussetze.cite-ref-0-18-1[16] Die Varianten trans* und inter* schlieĂen durch das Gendersternchen nichtbinäre Geschlechtsidentitäten ausdrĂźcklich ein.cite-ref-franzen-2010-7-19-0[17] Das Gegenteil von transgeschlechtlich ist cisgeschlechtlich als Eigenschaft von Geschlechtsidentitäten, sich in Ăbereinstimmung zu dem Geburtsgeschlecht zu befinden (beispielsweise die weibliche Identität einer als Frau geborenen Person oder die männliche einer als Mann geborenen Person).
Bei der US-Erhebung 2015 beschrieben sich 35 % der rund 28.000 Transpersonen als non-binary/genderqueer, 82 % hatten keine Einwände gegen die Beschreibung als âtransgenderâ.cite-ref-usts-2016-44-20-0[18] Der Gender Census 2021 ergab unter 44.500 Befragten bei 29 % die Eigenbezeichnung transgender, bei 34 % trans und bei 13 % trans* (mit Sternchen).cite-ref-gendercensus2021-10-1[9]
Von transgender und transgeschlechtlich unterscheidet sich âtranssexuellâ als ältere Bezeichnung fĂźr transidente Personen, die binär von Frau zu Mann oder von Mann zu Frau wechseln. In offiziellen deutschsprachigen Texten setzt sich zunehmend die Ăźbergeordnete Bezeichnung transgeschlechtlich durch, entsprechend intergeschlechtlich fĂźr den von der Bundeszentrale fĂźr politische Bildungcite-ref-21[19] genutzten Begriff âintersexuellâ.
genderqueer
Nach der Definition des LSBTIQ-Lexikons 2017: âGender-queer zu sein bedeutet Geschlecht als Kategorie zu hinterfragen und/oder sich weder (bzw. nicht immer ganz) weiblich noch (bzw. nicht immer ganz) männlich zu fĂźhlen.âcite-ref-gender-queer-22-0[bpb: 3] Mit der Bezeichnung genderqueer oder gender-queer drĂźcken Nichtbinäre aus, dass sie âqueer zu den Geschlechternâ liegen und sich nicht als Mann oder Frau einordnen lassen wollen.
Von den Befragten des Gender Census 2021 gaben 27 % der Befragten die Selbstbezeichnung genderqueer an.cite-ref-gendercensus2021-10-2[9]
queer Die Bezeichnung âqueerâ hat eine Bedeutungserweiterung erfahren: War sie ursprĂźnglich auf die homosexuelle Orientierung bezogen, wird sie aktuell als âQuerliegenâ zu zweigeschlechtlichen Ordnungsvorstellungen und zur Heteronormativität verstanden.cite-ref-queer-23-0[bpb: 4]
genderfluid
Nach Bosson, Vandello und Buckner umfassen genderfluide Personen solche, âderen Geschlechtsidentität sich verschiebt oder flexibel verändert, statt anhaltend gleich zu bleiben.âcite-ref-bosson-2018-9-12-1[11] Das LSBTIQ-Lexikon schreibt: âMit dem englischen âGender-fluidâ Konzept werden âflĂźssigeâ, âliquideâ Geschlechtsidentitäten beschrieben, die sich in Bewegung befinden und sich manchmal, oft oder sehr oft ändern kĂśnnen.âcite-ref-gender-fluid-24-0[bpb: 5] Bezuggenommen wird dabei auf den Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch, der dahingehend 2015 den Begriff Liquid Gender definierte (von lateinisch liquidus âflĂźssigâ).
Genderfluide Personen ziehen es vor, ihre Geschlechtsidentität anhaltend veränderbar zu halten (âflieĂendâ), statt sich auf ein Geschlecht festzulegen. Dabei kĂśnnen sie sich zwischen verschiedenen Geschlechtern bewegen oder mehrere Geschlechter gleichzeitig zum Ausdruck bringen.cite-ref-freitag-2017-01-18-25-0[20]cite-ref-nzz-2017-03-15-26-0[21]
Bei der US-Umfrage 2015 beschrieben sich 20 % der befragten Transpersonen als (gender) fluid.cite-ref-usts-2016-44-20-1[18] Im Gender Census 2021 benutzten 23 % der Befragten die Eigenbezeichnung genderfluid oder fluid gender und 7 % genderflux.cite-ref-gendercensus2021-10-3[9]
bigender
Bosson, Vandello und Buckner definieren bigender (âbeidgeschlechtlichâ) als den Wechsel zwischen den Geschlechtsidentitäten Frau und Mann.cite-ref-bosson-2018-9-12-2[11] Im LSBTIQ-Lexikon ist dieser Begriff nicht enthalten. Das Queer-Lexikon definiert den Begriff abweichend als Personen, die sich abwechselnd oder gleichzeitig mit zwei Geschlechtern identifizieren oder Elemente beider in sich vereinen.cite-ref-27[22] Dabei muss es sich nicht unbedingt um das männliche und weibliche Geschlecht handeln.
Im Gender Census 2021 gaben 4 % die Eigenbezeichnung bigender an.cite-ref-gendercensus2021-10-4[9]
Von der Geschlechtsidentität bigender unterscheidet sich bisexuell als sexuelle Orientierung von Personen, deren sexuelles Verlangen auf mehr als ein Geschlecht bzw. auf das eigene und ein anderes Geschlecht gerichtet ist.
pangender
Als pangender (âallgeschlechtlichâ) verstehen sich Personen, die sich mehreren oder allen Geschlechtern irgendwie zugehĂśrig fĂźhlen, ohne dabei auf eines festgelegt zu sein.cite-ref-webb-2019-48-53-28-0[23] HierfĂźr findet sich stellenweise die Bezeichnungen polygender, beispielsweise im LSBTIQ-Lexikon der Bundeszentrale fĂźr politische Bildung 2017: âPolygender beschreibt Menschen, die viele Geschlechtsidentitäten in sich vereinen. Diese geschlechtliche Vielfalt in einer Person kann männlich, weiblich, zwischengeschlechtlich sein oder andere Geschlechter umfassen. Die einzelnen Geschlechtsidentitäten kĂśnnen gleichzeit[i]g oder zeitversetzt, abwechselnd von der betreffenden Person empfunden werden.âcite-ref-polygender-29-0[bpb: 6]
Ein US-amerikanisches Fachbuch zur sozialen Arbeit mit LGBT-Personen erklärt 2017 neben polygender zusätzlich omnigender als gleichbedeutend zu pangender: âOmnigender, Adjektiv, beschreibt eine Person, deren Geschlechtsidentität mehrfache Geschlechtsidentitäten, -ausdrĂźcke und -repräsentationen widerspiegeltâ (Omnigender, adjective: describing a person whose gender identity reflects multiple gender identities, expressions, and presentations).cite-ref-30[24]
Von der Geschlechtsidentität pangender unterscheidet sich pansexuell als sexuelle Orientierung von Personen, die andere unabhängig von ihrem Geschlecht oder ihrer Geschlechtsidentität lieben beziehungsweise dem Geschlecht keine Bedeutung beimessen (auch âpolysexuell, omnisexuellâ genannt).
trigender
Trigender (âdreigeschlechtlichâ) geht Ăźber bigender (zweigeschlechtlich) hinaus und schlieĂt eine weitere geschlechtliche Variation oder Elemente davon ein; die dritte kann eine Mischform aus Mann/Frau sein oder ganz auĂerhalb der Zweigeschlechtlichkeit liegen, oder auch das (zeitweilige) GefĂźhl sein, sich keinem Geschlecht zugehĂśrig zu fĂźhlen.cite-ref-webb-2019-48-53-28-1[23]
Die US-amerikanischen Definitionen von 2018 erklären: âtrigender: Personen, die zwischen Frau, Mann und einer dritten Geschlechtsidentität wechselnâ. In dem sozialpsychologischen Fachbuch steht dies fĂźr âmehrgeschlechtlichâ im Allgemeinen, denn die Bezeichnungen pangender, polygender oder omnigender werden nicht aufgefĂźhrt.cite-ref-bosson-2018-9-12-3[11]
agender
â
Hauptartikel
:
Agender
Agender wird als âungeschlechtlichâcite-ref-bosson-2018-9-12-4[11] oder âgeschlechtslosâcite-ref-32[26] definiert. Als agender, gender-neutral, neuter oder neutrois bezeichnen sich Personen, die sich mit keinem Geschlecht identifizieren oder gar keine Geschlechtsidentität haben (wollen).cite-ref-richards-2016-95-33-0[27]
Von der Geschlechtsidentität agender unterscheidet sich asexuell als sexuelle Orientierung von Personen, die keine sexuelle Anziehung gegenßber anderen verspßren oder kein Interesse an Sex oder Verlangen danach haben.
demigender
Als demigender (âhalbgeschlechtlichâ) bezeichnen sich Personen, die sich teilweise oder hauptsächlich mit einem Geschlecht identifizieren, gleichzeitig aber auch mit einem anderen.cite-ref-gibson-2018-123-34-0[28] Diese Gruppe schlieĂt Untergruppen ein, so sieht sich eine Demifrau (demigirl) nur teilweise als Frau (unabhängig vom Geburtsgeschlecht), während andere Teile ihrer Identität anderen Geschlechtern zugehĂśren oder auch genderfluid oder agender sein kĂśnnen; in spiegelbildlicher Form tut das ein Demimann (demiboy).cite-ref-yaghoobifarah-2016-06-16-35-0[29]
Im Gender Census 2021 bezeichnen sich 6 % der Befragten als demigender, 7 % als demiboy und 9 % als demigirl.cite-ref-gendercensus2021-10-7[9]
Von der Geschlechtsidentität demigender unterscheidet sich demisexuell als sexuelle Orientierung von Personen, bei denen erotische Anziehung erst als Folge einer starken emotionalen Bindung entsteht.cite-ref-36[30]cite-ref-37[31]
abinär
Die alternative Bezeichnung abinäre Menschen schlägt Ende 2020 die Studie Geschlechterdiversität in Beschäftigung und Beruf vor, die von der deutschen Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Auftrag gegeben wurde:
âManche identifizieren sich mit einem binären Geschlecht als weiblich oder männlich, andere als weder weiblich noch männlich, als abinär oder jenseits des binären Geschlechtermodells. Mit dem Begriff abinäre Menschen bezeichnen wir Personen, die sich nicht oder nicht nur als Frauen* oder Männer* beziehungsweise nicht (nur) weiblich oder männlich identifizieren. Verbreitet ist auch die Selbstbezeichnung nichtbinär, die aber in der Wortbildung durch das Präfix ânicht-â die Abweichung von einer binären Norm als Moment des Fehlens oder Mangels zentriert, weswegen wir die positive Selbstbezeichnung abinär nutzen.âcite-ref-ads-2020-11-15-38-0[32]
Bereits 2018 hatte das Queere Netzwerk Niedersachsen die Bezeichnung in seiner Handreichung Abinäre Personen in der Beratung empfohlen (gefÜrdert vom Niedersächsischen Ministerium fßr Soziales, Gesundheit und Gleichstellung).cite-ref-39[33]
Selbstbezeichnungen
Deutschsprachiger Raum
2014 nutzte die Organisation TransInterQueer die Bezeichnung ânicht-binärâ in ihrer BroschĂźre Trans* in den Medien bezĂźglich der Verwechslung von sexuellen Orientierungen mit âgeschlechtlicher Identität (Frau, Mann, trans*, nicht-binär, gendervariant, zwischengeschlechtlich u. a., mit der zugehĂśrigen Frage: âWelches Geschlecht habe ich / hat jemand?â)â.cite-ref-40[34]
2015 erwähnten erste Begleitmaterialien zur deutschen Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität (IMAG) an zwei Stellen:
⢠ânicht binär normative Geschlechtsidentitäten und KĂśrperlichkeitenâcite-ref-sauer-2015-119-41-0[35]
⢠âMenschen, die als weder*noch*, (gender-)queer, non-gender/nicht-geschlechtlich u. Ă. jenseits der Geschlechterpolarität lebenâcite-ref-sauer-2015-121-42-0[36]
Forschungsergebnisse und Erkenntnisse aus der IMAG wurden 2017 vom Bundesfamilienministerium verĂśffentlicht; an drei Stellen findet sich ânon-binaryâ, ânicht binär lebende Menschenâ und ânon-binäre Personenâ.cite-ref-bmfsfj-2017-6-43-0[37]
2015 fĂźhrte ein Eintrag im Queer-Lexikon des Berliner Tagesspiegel unter dem Titel Transgender auch Personen auf, âdie sich weder als Mann noch als Frau verstehen wollen (ânicht binärâ, âgenderqueerâ).âcite-ref-queer-lexikon-2015-08-10-44-0[38]
2016 verĂśffentlichte Hengameh Yaghoobifarah auf Zeit Online ein kleines Glossar zu LGBT-Bezeichnungen, darunter auch:
⢠âNicht-binär: Nicht-binäre Genderidentitäten kĂśnnen total unterschiedlich sein. Agender (geschlechterlos), genderqueer, femme, demigirl, demiboy, die Liste ist endlos lang. Sie haben jedoch alle miteinander gemeinsam, dass sie sich der (binären) Zweiteilung in Mann oder Frau verweigern.âcite-ref-yaghoobifarah-2016-06-16-35-1[29]
2017 erklärte ein Glossar-Eintrag im Missy Magazine:
⢠âNicht-binär ist sowohl ein Sammelbegriff als auch eine Bezeichnung fĂźr eine eigenständige Identität. [âŚ] Nicht-binäre Menschen kĂśnnen trans oder cis, inter oder dyadisch sein. Sie kĂśnnen weiblich, männlich, beides, weder-noch, vieles, mehreres, femme, agender, neutrois oder etwas ganz anderes sein. [âŚ] Sie kĂśnnen unterschiedliche, neue oder alte, mehrere, wechselnde oder keine Pronomen benutzen. [âŚ] Ăhnlich wie trans und queer ist nicht-binär eine Selbstbezeichnung.âcite-ref-missy-2017-10-04-3-1[3]
Internationale Befragungen
usa-2020 Anfang 2020 fĂźhrten die US-amerikanischen studentischen Gesundheitsorganisationen American College Health Association (ACHC) und National College Health Assessment (NCHA) ihre halbjährliche Online-Umfrage durch und erhielten 50.300 ausgefĂźllte FragebĂśgen (14 % RĂźcklaufquote). Auf die Frage âWelches Geschlecht wurde dir bei Geburt zugewiesen?â antworteten 68,4 % âweiblichâ, 31,6 % âmännlichâ und 19 Personen (0,04 %) âintergeschlechtlichâ. Die Frage âIdentifizierst du dich als transgender?â bejahten 1055 der Studierenden (2,1 %), darunter 1046 der insgesamt 1844 Nichtbinären (56,8 %). Die dritte Frage zum Thema âGenderâ aus dem umfangreichen Fragenkatalog lautete: âWelche Bezeichnung nutzt du zur Beschreibung deiner Geschlechtsidentität?âcite-ref-acha-ncha-2020-06-16-46-0[40]
| Bezeichnung | Anzahl | % | Nichtbinäre | % |
|---|---|---|---|---|
| Frau / weiblich | 33.113 | 66,3 % | 284 | 15,4 % |
| trans Frau | 00.0 47 | 0 0,1 % | 0 47 | 0 2,5 % |
| Mann / männlich | 15.517 | 31,1 % | 230 | 12,5 % |
| trans Mann | 00. 114 | 0 0,2 % | 113 | 0 6,1 % |
| nichtbinär | 00. 588 | 0 1,2 % | 584 | 31,7 % |
| genderqueer | 00. 157 | 0 0,3 % | 155 | 0 8,4 % |
| genderfluid | 00. 155 | 0 0,3 % | 154 | 0 8,4 % |
| agender | 00.0 79 | 0 0,2 % | 0 79 | 0 4,3 % |
| intergeschlechtlich | 00.00 7 | 0 0,0 % | 00 6 | 0 0,3 % |
| Identität nicht gelistet | 00. 195 | 0 0,4 % | 192 | 10,4 % |
| Befragte Studierende: | 49.972 | 100 % | 1.844 (3,7 %) | 100 % |
bezeichnungentabelle1 Anfang 2021 wertete der jährliche Gender Census des Initiators Cassian Lodge (aus Wales) rund 44.500 Online-FragebĂśgen von nichtbinären Personen weltweit aus. Nur 12 % der Antwortenden waren Ăźber 30 Jahre alt. Eine der drei Fragen betraf die Identität (Ăźbersetzt): âWelche der folgenden englischen Bezeichnungen beschreiben, wie du Ăźber dich denkst?â Nachfolgend die zehn häufigsten Antworten, einschlieĂlich der Ergebnisse seit 2015:cite-ref-gendercensus2021-10-8[9]cite-ref-gendercensus2020-31-2[25]
| Bezeichnung | 2021 | u. 31 J. | Ăź. 30 J. | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nonbinary | 68,2 % | 69 % | 63 % | 66,4 % | 66,6 % | 60,6 % | 65,8 % | 64,6 % | 63,7 % |
| queer (teils oder ganz) | 48,0 % | 48 % | 50 % | 42,9 % | 43,0 % | 0 2,9 % | 0 0,3 % | | |
| enby [ 28 ] | 37,0 % | 38 % | 29 % | 31,5 % | 31,7 % | 24,5 % | 19,4 % | 15,6 % | |
| trans | 33,5 % | 34 % | 29 % | 33,7 % | 36,6 % | 34,8 % | 30,1 % | 34,8 % | 31,1 % |
| gender non-conforming | 32,9 % | 34 % | 28 % | 29,0 % | 26,2 % | 0 1,1 % | | | |
| transgender | 29,2 % | 30 % | 24 % | 29,0 % | 30,4 % | 27,9 % | 23,9 % | 30,9 % | 26,5 % |
| genderqueer | 27,1 % | 26 % | 34 % | 25,9 % | 28,9 % | 30,8 % | 34,3 % | 40,7 % | 41,2 % |
| genderfluid / fluid gender | 22,6 % | 22 % | 24 % | 21,4 % | 21,0 % | 24,6 % | 27,9 % | 30,8 % | 31,2 % |
| agender | 22,3 % | 22 % | 24 % | 21,9 % | 23,5 % | 26,1 % | 33,1 % | 30,9 % | 31,4 % |
| transmasculine | 21,3 % | ⌠| ⌠| 19,3 % | 19,5 % | 18,8 % | 15,8 % | 14,2 % | |
| Befragte âGender-Diverseâ: | 44.583 | 88 % ( Alter ) 12 % | 88 % ( Alter ) 12 % | 24.576 | 11.242 | 11.278 | 9.934 | 3.055 | 2.901 |
| Als Pronomen they (s. u.) : | 79,2 % | 80 % | 75 % | 77,5 % | 79,5 % | 77,4 % | 80,5 % | 77,5 % | 74,4 % |
20 % aller Antwortenden wählten die Option âfraglich oder weiĂ nichtâ (questioning or unknown), 11 % wählten âFrauâ und 10 % âGirlâ, 11 % wählten âBoyâ und 9 % âMannâ.cite-ref-gendercensus2021-10-9[9]
2018 hatte der Gender Census auch nach der bevorzugten Schreibweise gefragt: ânonbinary vs. non-binaryâ â 45 % aller Antwortenden waren fĂźr die einfache und nur 28 % fĂźr die Bindestrich-Schreibung; Nichtbinäre stimmten 49 % zu 25 %.cite-ref-gendercensus2020-31-3[25]
Sexuelle Identität
Eine nichtbinäre Geschlechtsidentität geht nicht einher mit einer bestimmten sexuellen Identität oder einer sexuellen Orientierung beziehungsweise romantischen Ausrichtung: Eine nichtbinäre Person kann ebenso unterschiedliche erotische Vorlieben und Einstellungen haben wie binärgeschlechtliche Personen und etwa auf Männer, auf Frauen oder auf mehrere Geschlechter orientiert sein oder auch nicht-sexuell sein.cite-ref-stryker-2008-ohne-47-0[41]cite-ref-glaad-reference-transgender-48-0[42] Dies kann fßr Nichtbinäre beispielsweise auf Online-Dating-Plattformen zu negativen Erfahrungen fßhren, wenn aus ihrer geschlechtlichen Identität fälschlich auf eine bestimmte sexuelle Identität oder Präferenz geschlossen wird.cite-ref-blair-studie-2018-49-0[43]cite-ref-blair-blog-2019-06-16-50-0[44]
Geschichte
Im Jahr 1990 verĂśffentlichte die US-amerikanische Person Judith Butler (* 1956) ihr Buch Gender Trouble (deutsch: Das Unbehagen der Geschlechter), in dem Butler sowohl eine Naturgegebenheit des männlichen/weiblichen âGeschlechtsâ als auch dessen ausschlieĂliche Zweiteilung in Frage stellte. Sie schloss mit der Einschätzung: âDie kulturellen Konfigurationen von Geschlecht und Geschlechtsidentität kĂśnnten sich vermehren [âŚ], indem man die Geschlechter-Binarität in Verwirrung bringt.âcite-ref-butler-1991-218-51-0[45] Seit 2019 definiert sich Butler als nichtbinär.cite-ref-kian-2019-12-27-52-0[46]cite-ref-youtube-2020-07-21-53-0[47]
1994 erschien das Buch Gender Outlaw: On Men, Women, and the Rest of Us (etwa: âGeschlechtlich gesetzlos: Ăber Männer, Frauen und den Rest von unsâ) der US-amerikanischen nichtbinären Schauspielerin und Autorin Kate Bornstein (* 1948).cite-ref-54[48] Sowohl die Gender Studies (Geschlechterforschung) wie auch die entstehende Queer-Theorie begannen, ihre Forschungsansätze um nichtbinäre Gender und Geschlechtsidentitäten zu erweiterten. Bornstein erneuerte ihre Bestandsaufnahme im Jahr 2010 mit dem Buch Gender Outlaws: The Next Generation.cite-ref-55[49]
Im englischsprachigen Raum kam die Bezeichnung âgenderqueerâ Mitte der 1990er-Jahre auf, oft in Verbindung gesehen mit der US-amerikanischen Transgender-Aktivistin Riki Wilchins (* 1952), insbesondere aufgrund ihrer Mitherausgeberschaft der Artikelsammlung GenderQueer: Voices from beyond the Sexual Binary im Jahr 2002 (deutsch: GenderQueer: Stimmen von jenseits der Binärsexualität).cite-ref-56[50] Bereits 1995 verwendete Wilchins den Ausdruck im Newsletter In Your Face vor allem zur Argumentation gegen heteronormative Sexualregeln, aber auch gegen diskriminierende Geschlechterrollen.cite-ref-57[51] 1997 gab sie in ihrer Autobiografie an, sich als genderqueer zu identifizieren.cite-ref-roxie-2011-12-04-58-0[52] Wilchins publizierte weiterhin aktivistisch und verĂśffentlichte 2017 eine eigene Artikelsammlung unter dem Titel Burn the Binary! (âVerbrenn die Binarität!â).cite-ref-59[53]
Als neuter, als genderneutral erklärte sich 1997 Jim Sinclair Ăśffentlich â eine intergeschlechtliche und autistische Person (* 1940), die als Mitinitiatorin und Aktivistin der internationalen Neurodiversitätsbewegung bekannt wurde.cite-ref-sinclair-1997-60-0[54]
Bereits 1973 erschien das Musical The Rocky Horror Show mit der Hauptfigur des Transvestiten Dr. Frank N. Furter â sein SchĂśpfer Richard OâBrien (* 1942) verstand sich frĂźh als transgender und erklärte sich im Nachhinein als zwischen den Geschlechtern stehend, eher als ein drittes Geschlecht. 2013 sagte OâBrien der BBC: âIch verstehe mich wahrscheinlich als rund 70 % männlich, 30 % weiblich.âcite-ref-bbc-2013-03-18-61-0[55] Die Coming-outs von berĂźhmten Showstars und schauspielerisch Tätigen wie Sam Smith (2017) oder Elliot Page (2020) bewirkten eine internationale Aufmerksamkeit fĂźr das Thema der Nichtbinarität.
In Japan wird seit der Jahrtausendwende der Ausdruck âX-genderâ (x-jendÄ) verwendet als Selbstdefinition einer Geschlechtlichkeit auĂerhalb der zwei Kategorien âMannâ und âFrauâ (etwa von den Manga-Zeichnern YĹŤki Kamatani und Yuu Watase).cite-ref-dale-2012-62-0[56]
2021
s-c3-bcdafrikas-dafrika Die sĂźdafrikanische Regierung verabschiedet Ende 2020 einen Gesetzentwurf, mit dem die siebte Ziffer der Identitätsnummer erweitert werden soll, um als Geschlecht der Person nicht nur âmännlich/weiblichâ anzeigen zu kĂśnnen und genderneutrale Identitätskarten zu ermĂśglichen.cite-ref-63[57]
Im Mai 2021 wird in der kleinen Stadt Bangor im Nordwesten von Wales im Vereinigten KĂśnigreich eine nichtbinäre Person ins BĂźrgermeisteramt gewählt: Owen J. Hurcum, 23 Jahre, parteilos, nutzt das neutrale Pronomen they/them und hatte das Coming-out zwei Jahre zuvor. Es ist die erste nichtbinäre Person in einem solchen Amt in Europa â die zweite weltweit nach Tony Briffa 2010â2012 in Hobsons Bay im australischen Bundesstaat Victoria.cite-ref-64[58]cite-ref-65[59]
Zur gleichen Zeit wird Megan Rohrer in den USA mit 41 Jahren die erste Transgender-Person auf einem Bischofssitz (Grace Lutheran Church); Rohrer nutzt das genderneutrale they/them.cite-ref-66[60]
argentinien Im Juli 2021 ist Argentinien das erste Land in Lateinamerika, das in Ausweisdokumenten eine Kennzeichnung fĂźr nichtbinäre Menschen einfĂźhrt: Personalausweise und Reisepässe kĂśnnen als Geschlecht ein âXâ enthalten (Details).cite-ref-67[61]cite-ref-68[62] Bereits seit 2012 ist das Gesetz zur Geschlechtsidentität in Kraft, das eine Ănderung des Geschlechtseintrags ohne psychiatrische Begutachtung oder geschlechtsangleichende Operation erlaubt.cite-ref-69[63] Uruguay hat seit Ende 2018 eine dritte Geschlechtsoption,cite-ref-70[64] Chile seit Anfang 2019 (siehe Staaten mit rechtlicher Anerkennung einer dritten Geschlechtsoption).cite-ref-71[65]
entwicklung-im-deutschsprachigen-raum Entwicklung im deutschsprachigen Raum
In Deutschland konnte seit 2013 der Geschlechtseintrag in der Geburtsurkunde offengelassen werden, falls das Neugeborene nicht eindeutig als Junge oder Mädchen einzuordnen war. 2018 wurde âdiversâ als dritte Geschlechtsoption rechtlich verankert (siehe unten); 2019 folgte Ăsterreich. Anfang 2021 bezog das Manifest #ActOut als Coming-out von 185 âSchauspieler:innenâ ausdrĂźcklich auch nichtbinäre Identitäten ein.
sgb-viii Im Juni 2021 trat eine aktualisierte Fassung des deutschen Achten Sozialgesetzbuchs (SGB VIII) in Kraft, die in § 9 Grundrichtung der Erziehung, Gleichberechtigung von jungen Menschen im 3. Absatz erstmals die Bezeichnungen âtransidenten, nichtbinäre und intergeschlechtlicheâ Personen auffĂźhrt und die Gleichstellung der Geschlechter fĂśrdern will:
âBei der Ausgestaltung der Leistungen und der ErfĂźllung der Aufgaben sind [âŚ] 3. die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen, Jungen sowie transidenten, nichtbinären und intergeschlechtlichen jungen Menschen zu berĂźcksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fĂśrdern.â
â
SGB VIII, § 9
(in Kraft getreten am 10. Juni 2021)
Verbreitung
Im Jahr 2011 fßhrte die britische Kommission fßr Gleichberechtigung und Menschenrechte (Equality and Human Rights Commission) im Vereinigten KÜnigreich eine Befragung durch, wobei knapp 0,4 % der 10.000 Befragten sich als nicht eindeutig männlich oder weiblich beschrieben (in another way).cite-ref-glen-2012-5-72-0[66]
2015 wurden zwei unterschiedliche BevÜlkerungsgruppen in Belgien nach ihren Geschlechtsidentitäten befragt, dabei ordneten sich 1,8 % der als Mann geborenen und 4,1 % der als Frau geborenen Personen als gender ambivalent ein, definiert als sich in unterschiedlicher Ausprägung mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht identifizierend.cite-ref-caenegem-2015-1281-73-0[67]
Bei einer US-weiten systematischen Online-Umfrage des National Center for Transgender Equality (NCTE) im Jahr 2015 mit offener Teilnahme identifizierten sich 35 % der rund 28.000 RĂźckmeldenden als nichtbinär (non-binary/genderqueer), 82 % von ihnen waren einverstanden mit der Bezeichnung âtransgenderâ oder standen ihr neutral gegenĂźber.cite-ref-usts-2016-44-20-2[18]
ucla 2018 ermittelte eine Studie unter rund 81.000 Studenten im US-Bundesstaat Minnesota einen Anteil von 2.170 Personen (2,7 %), die sich als transgender oder gender nonconforming bezeichneten. Als âgender nonconformingâ (auch offizieller LCCN-Identifikator)cite-ref-lccn-nonconforming-9-1[8] wurden Personen beschrieben, deren geschlechtlicher Ausdruck nicht den geschlechterordnenden Konventionen bezĂźglich Männlichkeit und Weiblichkeit folgt, und die sich als transgender identifizieren oder auch nicht. DemgegenĂźber identifizierten sich 97,3 % der Befragten als cisgender (mit ihrem Geburtsgeschlecht Ăźbereinstimmend).cite-ref-pediatrics-2018-02-74-0[68] Im Jahr zuvor hatte eine US-Studie den Anteil an transgender Personen eingeschätzt auf 0,7 % im Alter von 13 bis 24 Jahren und auf 0,6 bis 0,5 % bei älteren Menschen; die Schätzungen ergaben eine Zahl von 1,55 Millionen transgender US-Amerikanern.cite-ref-ucla-2017-01-75-0[69]
2019 fasste der Bereich Gender und Diversity der Universität Freiburg in einer VerÜffentlichung zusammen, dass je nach Befragung und deren Umständen am wahrscheinlichsten zwischen 1,7 und 2,1 % einer BevÜlkerung nichtbinär seien.cite-ref-76[70]
acha-ncha 2020 ermittelten die beiden US-amerikanischen studentischen Gesundheitsorganisationen American College Health Association (ACHC) und National College Health Assessment (NCHA) im Frßhjahr in einer Online-Befragung von 50.300 Studierenden 3,7 % nichtbinäre Personen (1.844); 2,1 % aller Befragten bejahten, transgender zu sein, darunter 57 % der Nichtbinären (siehe Tabelle).cite-ref-acha-ncha-2020-06-16-46-1[40]
nichtbinarit-c3-a4t-im-deutschsprachigen-raumnichtbinarit-t-im-deutschsprachigen-raum Nichtbinarität im deutschsprachigen Raum
FĂźr den deutschsprachigen Raum gab es lange keine belastbaren Zahlen, auch weil Umfragen nicht genauer unterschieden zwischen binären und nichtbinären trans- und intergeschlechtlichen Personen. 2016 antworteten bei der deutschen ZEIT-Vermächtnisstudie 102 der 3.104 Befragten (3,3 %), âentweder ein anderes Geschlecht zu haben als bei ihrer Geburt zugewiesen oder sich schlicht nicht als weiblich oder männlich zu definieren. Das heiĂt: Knapp 2,5 Millionen Deutscheâ.cite-ref-witte-2017-06-15-77-0[71]cite-ref-bmfsf-2016-10-78-0[72]
Mitte 2016 ermittelte eine Online-Umfrage unter knapp 12.000 Personen in der Europäischen Union zur Frage: âIdentifizierst du dich als lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender?âcite-ref-79[73]cite-ref-80[74]
⢠6,0 % in 9 der 28 EU-Länder, die statistisch signifikante Ergebnisse lieferten
⢠7,4 % in Deutschland
⢠6,9 % in Spanien
⢠6,5 % in GroĂbritannien
⢠6,2 % in Ăsterreich
⢠1,5 % in Ungarn (letzter Rang)
Die Schweiz war nicht Teil der Studie. Zudem wurde nicht zwischen binären und nichtbinären Transgender-Identitäten unterschieden.
ipsos Im Mai 2021 ermittelte eine Online-Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos bei 19.000 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren aus 27 Ländern, dass sich 4 % der Generation Z (geboren nach 1996) nicht als männlich oder weiblich identifizierten, während ältere Personen sich nur zu rund 1 % als transgender, nichtbinär, gender-nonkonform, genderfluid oder divers bezeichneten. In Deutschland nahmen 1.000 Personen an der Befragung teil (niemand aus anderen deutschsprachigen Ländern), 50 % von ihnen sprachen sich fßr Gesetze aus, welche die Diskriminierung von LGBT-Personen verbieten.cite-ref-81[75]cite-ref-82[76]
Rechtliche Anerkennung
Viele nichtbinäre Personen drĂźcken ihre Identität im Alltag in einer Form aus, die mit dem ihnen bei Geburt zugewiesenen Geschlecht Ăźbereinstimmt, um sich an die vorherrschenden binären, zweigeteilten Geschlechterrollen anzupassen (siehe Geschlechterordnung, Geschlechtshabitus). Seit den 2010er-Jahren wächst das Bewusstsein sowie die Akzeptanz nichtbinärer Gender- und Geschlechtsidentitäten und ihrer GeschlechtsäuĂerungen, bedingt durch Selbstdarstellungen in sozialen Medien und medienwirksame Coming-outs von KĂźnstlern (beispielsweise Elliot Page 2020) sowie befĂśrdert durch systematischere Studien.cite-ref-richards-2016-95-33-1[27]
Es gibt nur rund 20 Staaten weltweit, die eine dritte Geschlechtsoption ermĂśglichen, meist ein Eintrag als âXâ (Liste). In vielen Kulturen der Welt haben andere soziale Geschlechter eine lange Tradition, aber nur in wenigen Fällen sind sie rechtlich anerkannt und vor Diskriminierung geschĂźtzt (siehe Liste von dritten Geschlechtern).
Geschlechtseintrag offengelassen oder âdiversâ
In Deutschland ist seit Ende 2013 die Geburt bei denjenigen Neugeborenen ohne Angabe zum Geschlecht ins Geburtenregister einzutragen, die weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden kĂśnnen (siehe Intergeschlechtlichkeit); in diesen Fällen ist der Geschlechtseintrag offenzulassen (siehe Dritte Geschlechtsoption im Personenstandsgesetz ab 2013). Der deutsche Ethikrat hatte allerdings im Februar 2012 der Bundesregierung empfohlen, neben männlich und weiblich als weitere Geschlechtsoption âanderesâ aufzunehmen. Der Psychologe Michael Wunder, Mitglied des Ethikrats, kommentierte die Gesetzesänderung: âKein Eintrag sieht aus wie kein Geschlecht. Intersexuelle Menschen haben aber natĂźrlich ein Geschlecht â ein anderes, was aber ganz unterschiedlich sein kann.â Interessenverbände wie Zwischengeschlecht.org befĂźrchteten, dass Eltern nun operative Eingriffe bevorzugen wĂźrden, statt ihrem Kind kein Geschlecht zuzuweisen.cite-ref-zeit-2013-11-01-83-0[77]
Ende 2018 wurde mit dem § 45 im Personenstandsgesetz die neue Geschlechtskategorie âdiversâ als âdritte Optionâ verankert. Zuvor hatte das Bundesverfassungsgericht âder Beschwerde einer Inter*Person stattgegeben und entschieden, dass jenseits des binären Geschlechtermodells auch ein positiver Eintrag mĂśglich sein mussâ (so die Antidiskriminierungsstelle des Bundes).cite-ref-antidiskriminierungsstelle-2019-04-08-84-0[78] Ăber den Zugang zum Geschlechtseintrag âdiversâ herrschte zunächst Uneinigkeit, bis der Gesetzgeber schlieĂlich im April 2020 festlegte, dass eine Personenstandsänderung nach § 45 des Personenstandsrechts ausschlieĂlich fĂźr intergeschlechtliche Menschen mĂśglich ist. Personen mit einer nichtbinären Geschlechtsidentität mussten stattdessen ein Verfahren nach dem Transsexuellengesetz (TSG) durchlaufen und konnten darĂźber ihren Geschlechtseintrag zu âdiversâ ändern. Im Mai 2020 wurde gegen diese Regelung Verfassungsbeschwerde eingereicht.cite-ref-85[79]
Das Gesetz Ăźber die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag (Selbstbestimmungsgesetz),cite-ref-86[80] welches das TSG im November 2024 abgelĂśst hat, ermĂśglicht es, dass Personen ihren Geschlechtseintrag auf âdiversâ ändern oder ihn vollständig streichen lassen. HierfĂźr gibt es ein stark vereinfachtes Verfahren und es ist keine BegrĂźndung mehr notwendig.
In Ăsterreich besteht seit Anfang 2019 in begrĂźndeten Fällen die MĂśglichkeit der nachträglichen Ănderung des Geschlechtseintrags zu âdiversâ.
Rechtliche Einschränkungen
Im Dezember 2019 verweist ein Artikel im Lifestylemagazin Vice darauf, dass selbst diejenigen Staaten, die eine dritte Geschlechtsoption in Ausweispapieren erlauben, nichtbinäre Personen in ihren Karteien als entweder männlich oder weiblich fßhren (Ausnahmen: Malta und Dänemark). Diese Art der Datenverwaltung kÜnne zu Einschränkungen fßhren, beispielsweise in Bezug auf ein Eherecht, das nur die Heirat zwischen Männern und Frauen erlaube (vergleiche Heiratswunsch von Norrie May-Welby), oder bei der Einreise in andere Staaten oder auch bezßglich des Militärdienstes.cite-ref-vice-2019-12-11-87-0[81]
Diskriminierung und psychische Gesundheit
Im Jahr 2008 wählten die meisten der fast 6.500 Befragten in der US-Studie National Transgender Discrimination Survey (nationale Umfrage zur Transgender-Diskriminierung) âein hier nicht aufgezähltes Geschlechtâ (a gender not listed here). Diese Befragten verzichteten aus Angst vor Diskriminierung 9 Prozentpunkte (33 %) Ăśfter auf medizinische Versorgung als die Befragten insgesamt (36 % im Vergleich zu 27 %). 90 % gaben an, Anti-Transgender-Diskriminierung bei der Arbeit ausgesetzt zu sein, und 43 % gaben an, einen Suizidversuch hinter sich zu haben.cite-ref-harrison-2012-21-88-0[82]
2017 kam eine Studie von Transgender Europe (TGEU) in fĂźnf europäischen Ländern zu dem Ergebnis, dass nichtbinäre Menschen im Gesundheitssystem verglichen mit anderen transgender Personen benachteiligt sind und fĂźr den Zugang zu transgender-spezifischen Gesundheitsdiensten oft nachweisen mĂźssen, âausreichend transâ zu sein.cite-ref-tgeu-2017-10-10-89-0[83]
diw-2021 Deutschland: DIW 2021
Anfang 2021 ergab eine Studie des Deutschen Instituts fĂźr Wirtschaftsforschung (DIW), dass sich âLGBTQI*-Menschen in Deutschlandâ doppelt so oft einsam fĂźhlen wie die restliche BevĂślkerung, dreimal häufiger von Depressionen und Burnout-Syndromen betroffen sind und deutlich erhĂśhte Vorkommen von Herzkrankheiten, Asthma und chronischen RĂźckenschmerzen haben; 40 % der Trans-Personen leiden unter AngststĂśrungen. Hingewiesen wird, dass die Forschung zum Wohlbefinden von LGBT-Personen noch in den Anfängen stecke; auch fĂźr die Politik bestehe dringender Handlungsbedarf, um Diskriminierung und Ausgrenzung zu verhindern. Von den 4511 Befragten gaben 133 an, ein âanderes Geschlechtâ zu haben (2,95 %).cite-ref-90[84]cite-ref-91[85]
trevor-project-2021 Mentale Gesundheit
Mitte 2021 befragte das Trevor Project in den USA fast 35.000 LGBT-Personen im Alter zwischen 13 und 24 Jahren (Generation Z) zu ihrer âmentalen Gesundheitâ (mental health). Von den Befragten gaben 38 % an, transgender oder nichtbinär zu sein, 44 % cisgender und 18 % unklar oder fragend (questioning). Die National Survey on LGBTQ Youth Mental Health 2021 ergab unter anderem folgende Ergebnisse, bezogen auf das gesamte Jahr 2020:cite-ref-maenner-2021-10-01-92-0[86]cite-ref-trevor-2021-05-93-0[87]
⢠Suizidversuch ernsthaft in Erwägung gezogen:
52 % der transgender/nichtbinären Personen
32 % der cisgender Personen
42 % aller Befragten
48 % aller unter 18 Jahren
34 % aller ab 18 Jahren
⢠Suizidversuch unternommen:
20 % der transgender/nichtbinären Personen
10 % der cisgender Personen
20 % aller unter 18 Jahren
09 % aller ab 18 Jahren
Von den transgender oder nichtbinären Personen klagten 70 % ßber schwere Depressionen (cisgender: 53 %). Von den transgender oder nichtbinären Personen, deren Pronomen-Wahl von ihren Mitbewohnern respektiert wurde, unternahmen nur halb so viele einen Suizidversuch im Vergleich zu denjenigen, deren Pronomen nicht respektiert wurden. Auch diejenigen, die ihren Namen oder ihr Geschlecht in offiziellen Dokumenten anpassen konnten, unternahmen deutlich weniger Suizidversuche.cite-ref-maenner-2021-10-01-92-1[86]cite-ref-trevor-2021-05-93-1[87]
Personalpronomen und Anrede
In vielen Sprachen gibt es Pronomen und Substantive, die traditionell binär-geschlechtlich markiert sind. Dies fßhrt beim Sprechen ßber nichtbinäre Personen zu der Problematik, dass sie entweder sprachlich in eine der beiden binären Geschlechtskategorien eingeordnet werden mßssen oder aber eine Modifikation der Sprache nÜtig wird, etwa durch neue oder anders genutzte Formen. Diese Problematik wird besonders häufig mit Bezug auf die Personalpronomen der dritten Person Singular sowie auf Formen der hÜflichen Anrede thematisiert.
In der englischen Sprache gibt es mit der singularen Verwendung des Pronomens they und der neuen Anredeform Mx. schon weit verbreitete LÜsungen dieser Problematik, die bekannt genug sind, um in den meisten relevanten Kontexten ohne weitere Erläuterungen verwendet werden zu kÜnnen. Fßr das Deutsche gibt es zahlreiche LÜsungsvorschläge, aber keine weit verbreitete LÜsung.
Deutsche Sprache
Wenn im Deutschen ßber eine spezifische Person gesprochen wird, so hängt die Wahl zwischen den Personalpronomen er und sie genauso wie die Wahl zwischen Substantivpaaren wie Lehrer und Lehrerin normalerweise vom Geschlecht der genannten Person ab. Hier fehlen im konventionellen Sprachgebrauch Optionen fßr nichtbinäre Personen. Es gibt zahlreiche Vorschläge, um diesem Mangel entgegenzutreten. Während bei den Personalpronomen fßr viele das Prinzip im Vordergrund steht, dass jede nichtbinäre Person sich ein eigenes Pronomen aussuchen kann (häufig ein Neopronomen), liegt bei den Vorschlägen fßr Substantive der Fokus meistens stärker darauf, allgemein verwendbare Alternativen aufzuzeigen, die nicht nur fßr nichtbinäre Personen Verwendung finden kÜnnen, sondern auch, um bei der nichtspezifischen Personenreferenz das generische Maskulinum zu ersetzen. Bei den Substantiven besteht darßber hinaus das zusätzliche Problem, dass Personenbezeichnungen meist abhängig vom Geschlecht der genannten Person im Maskulinum oder Femininum stehen, was die Wahl der darauf bezogenen Artikel und Adjektive beeinflusst, sodass auch Artikel und Adjektive in den LÜsungsvorschlägen thematisiert werden.
Neopronomen
Unter deutschsprachigen nichtbinären Personen sind zahlreiche geschlechtsneutrale Neopronomen im Gebrauch. Laut einer Umfrage des Vereins fĂźr geschlechtsneutrales Deutsch vom Oktober 2022 sind die am meisten verwendeten dieser Neopronomen dey, hen, en, they und sier.cite-ref-94[88] Beliebte Deklinationen sind dey/deren/denen/dey, hen/hens/hem/hen und en/ens/em/en. Manche nichtbinäre Personen bevorzugen es, wenn beim Sprechen Ăźber sie gänzlich auf Pronomen verzichtet und stattdessen der Name verwendet wird. Das Pronomen en mit der Deklination en/ens/em/en ist auch die Empfehlung des Vereins fĂźr geschlechtsneutrales Deutsch in der Funktion als allgemeines geschlechtsneutrales Pronomen, zum Beispiel fĂźr eine Person, deren Geschlecht nicht bekannt ist, oder fĂźr eine unspezifische Person beliebigen Geschlechts (âWenn jemand das schafft, hat en einen Preis verdient.â).cite-ref-95[89]
xier Neben den oben genannten Neopronomen ist auch der Vorschlag xier (Deklination: xier/xieser/xiem/xien) erwähnenswert, da es sich um einen relativ frĂźhen Vorschlag handelt, der auch gelegentliche Verwendung in Presseberichten Ăźber nichtbinäre Personen findet, sowie bei Ăbersetzungen entsprechender fremdsprachiger BĂźcher, Filme und Comics (Beispiele: Das Land der Juwelen, Transparent: Xier unterwegs, Auf einem Sonnenstrahl).cite-ref-goethe-2020-07-17-96-0[90] Ab 2009 entwickelte Illi Anna Heger dieses Personalpronomen zusammen mit den Possessivpronomen xiesa, xiese, xies und dem Artikel und Relativpronomen dier/dies/diem/dien.cite-ref-heger-2021-08-08-97-0[91]cite-ref-neuman-2020-11-12-98-0[92]
Substantive, Artikel und Adjektive
Es gibt zahlreiche Vorschläge fßr geschlechtsneutrale Alternativen zu geschlechtlich markierten Ausdrßcken wie der Lehrer und die Lehrerin. Teilweise werden etablierte Alternativen wie die Lehrkraft verwendet, wobei es aber nicht fßr alle Substantive solche Alternativen gibt. Zusätzlich zu solchen etablierten Alternativen wird im schriftlichen Sprachgebrauch ßber nichtbinäre Personen häufig das Gendersternchen verwendet: der*die Lehrer*in. Vor einem Vokal wird das Gendersternchen als Glottisschlag ausgesprochen. Teilweise wird das Gendersternchen auch in Formen verwendet, fßr die sich bisher keine als geschlechtsneutral erkennbare Aussprache etabliert hat, zum Beispiel diese*r.
Der Verein fĂźr geschlechtsneutrales Deutsch empfiehlt neue leicht aussprechbare geschlechtsneutrale Formen wie de Lehrere.cite-ref-99[93]cite-ref-100[94]cite-ref-101[95]cite-ref-102[96]cite-ref-103[97] Es handelt sich hierbei um ein grammatisch vollständiges Formensystem, das Inklusivum. Es wurde im Rahmen eines kollektiven Entscheidungsprozesses auf der Grundlage von Online-Diskussionen und Umfragen entwickelt, bei dem auch viele nichtbinäre Personen mitwirkten.cite-ref-104[98] Bei den Vorteilen gegenĂźber dem Genderstern verweist der Verein fĂźr geschlechtsneutrales Deutsch explizit auf die Aussprachethematik und vergleicht dabei den Satz âDie*der Gitarrist*in dieser Band ist mein*e ehemalige*r Nachbar*in.â mit demselben Satz im Inklusivum: âDe Gitarriste dieser Band ist mein ehemalige Nachbare.âcite-ref-105[99]
Ein weiterer Vorschlag ist das Entgendern nach Phettberg, bei dem die Substantive auf -y enden und im Neutrum stehen: das Lehry.cite-ref-rnd-2021-04-08-106-0[100]cite-ref-stern-2021-04-10-107-0[101]
Anredeformen
Als Alternative zu den HÜflichkeitsformen Frau [Nachname] und Herr [Nachname] bevorzugen viele nichtbinäre Personen, dass fßr sie einfach der vollständige Name (also [Vorname] [Nachname]) benutzt und auf einen Ersatz fßr Frau oder Herr verzichtet wird. Fßr den Fall, dass der Vorname nicht bekannt ist oder aus irgendeinem Grund die Analogie zu den traditionellen HÜflichkeitsformen als wichtig angesehen wird, schlägt der Verein fßr geschlechtsneutrales Deutsch die Verwendung des Wortes Person vor: Person [Nachname].cite-ref-108[102]
Empfehlungen
2018 stellte der Rat fĂźr deutsche Rechtschreibung (RdR) in einem Bericht zur âgeschlechtergerechten Schreibungâ fest, âdass der gesellschaftliche Diskurs Ăźber die Frage, wie neben männlich und weiblich ein drittes Geschlecht oder weitere Geschlechter angemessen bezeichnet werden kĂśnnen, sehr kontrovers verläuft. Dennoch ist das Recht der Menschen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehĂśrig fĂźhlen, auf angemessene sprachliche Bezeichnung ein Anliegen, das sich auch in der geschriebenen Sprache abbilden soll.â Der Rat untersuche und beobachte weiterhin die verschiedenen Schreibweisen und Ausdrucksmittel wie Gendersternchen, Unterstrich (Gender-Gap) oder den Zusatz (m, w, d), wobei âdâ fĂźr die dritte Geschlechtsoption âdiversâ steht. Die Frage nach genderneutralen Pronomen kam dabei aber nicht auf.cite-ref-rdr-2018-11-16-1-109-0[103] Seit Juli 2023 erwähnt das Amtliche Regelwerk des Rats fĂźr Deutsche Rechtschreibung (RdR) den Gender-Doppelpunkt, das Gendersternchen und den Gender-Gap, wobei einerseits klargestellt wird, dass diese Wortbinnenzeichen nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie gehĂśren, andererseits, dass sie eine Funktion erfĂźllen, die Ăźber die Funktion von bereits erfassten VerkĂźrzungsformen wie BĂźrger/-innen hinausgeht.cite-ref-rechtschreiberat-110-0[104]
sier 2019 schrieb das rheinland-pfälzische Familienministerium in seiner Handreichung âGeschlechtergerechte Spracheâ, dass unter âtransidenten und intergeschlechtlichen Menschenâ Pronomen zur Eigenbezeichnung diskutiert wĂźrden, und nennt das englische they sowie die neugeprägte deutsche Singularform âsierâ (als Zusammenziehung von âsieâ und âerâ). Das Ministerium empfahl, sofern mĂśglich bei der Anrede oder bei Anschreiben nur den Vor- und Familiennamen zu verwenden und âHerrâ oder âFrauâ wegzulassen.cite-ref-mffjiv-2019-10-111-0[105] Dies entspricht auch den Empfehlungen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.cite-ref-ads-divers-112-0[106] Das FĂźrwort âsierâ benutzt beispielsweise Planningtorock, eine musikalisch und performerisch in Berlin tätige Person.cite-ref-republik-2018-11-17-113-0[107] In den Ăbersetzungen der preisgekrĂśnten Wayfarer-Trilogie der Science-Fiction-Autorin Becky Chambers werden nichtbinäre Charaktere mit dem zusammengesetzten Pronomen âserâ beschrieben.cite-ref-vogt-2019-10-18-114-0[108]
olf-frankfurt-2020 Im Dezember 2020 entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main in einem Rechtsstreit: âFĂźr das Auftreten in einer bestimmten Geschlechtsidentität ist nach allgemeinem Verständnis die Anredeform von zentraler Bedeutung [âŚ] Der Schutz des allgemeinen PersĂśnlichkeitsrechts beginnt fĂźr Personen nicht-binären Geschlechts nicht erst mit erfolgter Personenstandsänderungâ. Es ging dabei darum, ob bei einem Online-Formular eine Entscheidung zwischen der Anrede als âHerrâ oder âFrauâ zwingend verlangt werden kĂśnne. Stattdessen sei eine neutrale GruĂformel wie âGuten Tagâ zu schaffen oder gänzlich auf eine geschlechtsspezifische Anrede zu verzichten.cite-ref-olg-f-2020-12-03-115-0[109]cite-ref-116[110]
Siehe auch
:
Verbreitung des Gendersterns
,
Liste von Einrichtungen, die Genderzeichen nutzen
und
Genderneutrale Schreibung im Deutschen
Englische Sprache
Das singularische Pronomen âtheyâ
Siehe auch
:
Singularisches âtheyâ im Englischen
,
Generisches âheâ und singularisches âtheyâ
und
Genderfaire Sprache im Englischen
Im englischen Sprachraum ist fĂźr Nichtbinäre die singularische Verwendung von they in Bezug auf eine einzelne Person am meisten verbreitet; es entspricht ursprĂźnglich der deutschen Pluralform âsieâ. Statt Ăźber eine nichtbinäre Person zu sagen: he/she is a singer (âer/sie ist ein/e Sänger/inâ), heiĂt es in der Einzahl: they are a singer. Eine Ăhnlichkeit besteht zu der deutschsprachigen HĂśflichkeitsform âSieâ, die ebenfalls mehrzahlig ist, aber auch fĂźr Einzelpersonen gilt und immer groĂgeschrieben wird: KĂśnnen Sie singen?
Das älteste US-WĂśrterbuch Merriam-Websterâs Dictionary enthält seit September 2019 eine eigene Bedeutung fĂźr das FĂźrwort they:cite-ref-nbcnews-2019-09-18-117-0[111]cite-ref-nytimes-2019-09-20-118-0[112]
âverwendet, um auf eine einzelne Person zu referieren, deren Geschlechtsidentität nichtbinär ist (siehe nonbinary Bedeutung C)â
âused to refer to a single person whose gender identity is nonbinary (see nonbinary sense c)âcite-ref-webster-they-2019-119-0[113]cite-ref-webster-nonbinary-8-2[7]
Die Redaktion erklärte dazu, dass die Verwendung des pluralen they fĂźr einzelne Personen bereits ab dem späten 14. Jahrhundert belegt sei; auch die Wortform you (âduâ) sei ursprĂźnglich eine Mehrzahlform (you are: âihr seidâ, aber auch: âdu bistâ). In seiner nichtbinären Bedeutung sei they ab den 1950er Jahren belegt.cite-ref-webster-watching-2019-120-0[114]cite-ref-transadvocate-2019-09-18-121-0[115]
Ende 2015 hatte die groĂe US-Tageszeitung The Washington Post das Pronomen in seiner Bedeutung fĂźr nonbinäre Personen seinem Wortschatz beigefĂźgt.cite-ref-pointer-2015-12-01-122-0[116]cite-ref-bbc-2015-12-07-123-0[117]cite-ref-theslot-2015-12-01-124-0[118] Im März 2017 folgte die Nachrichten- und Presseagentur Associated Press (AP) und nahm die nichtbinäre Verwendung von they in ihr AP Stylebook auf.cite-ref-pointer-2017-03-24-125-0[119]cite-ref-nbcnews-2017-03-27-126-0[120] Im selben Jahr erschien eine erste Studie zur Verwendung geschlechtsneutraler Pronomen â bis dahin kamen sie in akademischen Texten kaum vor.cite-ref-bbc-2019-09-22-127-0[121]
Der einflussreiche US-Styleguide The Chicago Manual of Style erlaubt das singularische they in seiner 17. Auflage 2018 im mĂźndlichen sowie im informellen schriftlichen Sprachgebrauch; fĂźr den fĂśrmlichen schriftlichen Gebrauch wird es nur in Bezug auf individuelle Personen erlaubt, die sich mit den geschlechtlichen FĂźrwĂśrtern he (âerâ) oder she (âsieâ) nicht identifizieren. Seit 2024 wird auch die generische Nutzung im Singular befĂźrwortet.cite-ref-128[122] Auch das Oxford English Dictionary fĂźhrt die nichtbinäre Bedeutung von they.cite-ref-oed-they-129-0[123]
Im März 2019 kam eine dreiteilige Sprachstudie zu dem Ergebnis, dass die Verwendung neutraler FĂźrwĂśrter die Akzeptanz von Frauen in Ăśffentlichen Positionen und der LGBTI-Gemeinschaft erhĂśht.cite-ref-tavits-2019-08-05-130-0[124]cite-ref-tagesspiegel-2019-08-20-131-0[125]cite-ref-guardian-2019-08-05-132-0[126] Ende 2019 wählte die nordamerikanische Gelehrtengesellschaft American Dialect Society das Pronomen they zum Wort des Jahrzehnts; ihr Wort des Jahres war (my) pronouns (â[meine] Pronominaâ). Erklärt wurden beide KĂźrungen damit, dass sich Pronomina als grundlegender Teil von Sprache auch zu einer Anzeige sozialer Trends entwickelt hätten. Bereits 2015 hatte die Gesellschaft they zum Wort des Jahres gewählt.cite-ref-ads-2020-01-03-133-0[127]
Seit Januar 2021 bietet die Website der US-Bundesregierung in Kontaktformularen eine Pronomen-Liste zur Selbstbezeichnung, die auch they/them enthält.cite-ref-news24-2021-01-21-134-0[128] Die Businesskontakt-Plattform LinkedIn fĂźhrt im Juni 2021 die Auswahl und Anzeige von Personalpronomen ein: she/her (âsie/ihrâ), he/him (âer/ihnâ) und das nichtbinäre they/them.
Im FrĂźhjahr 2021 erhielt erstmals eine neu entdeckte Tierart das geschlechtsneutrale Pronomen als Suffix (Nachsilbe): Strumigenys ayersthey ist eine Ameisenart, die Philipp Hoenle von der Technischen Universität Darmstadt 2018 in Ecuador gefunden hatte (benannt in Abstimmung mit dem REM-Sänger Michael Stipe). Das Suffix they solle fĂźr neue Arten verwendet werden, um jene zu ehren, die auĂerhalb des binären Geschlechts identifiziert werden wollen.cite-ref-135[129]cite-ref-136[130]
Ende 2021 empfahl Google Developers fĂźr die Softwareentwicklung die Verwendung des singularischen they als genderneutrales Pronomen.cite-ref-137[131]
Befragungen zu Pronomen
Im Jahr 2015 gaben in den USA von rund 28.000 transgender Personen 84 % an, nicht die FĂźrwĂśrter zu verwenden, die dem Geschlecht auf ihrer Geburtsurkunde entsprachen. Das National Center for Transgender Equality (NCTE) ermittelte in seiner systematischen Online-Umfrage:cite-ref-usts-2016-49-138-0[132]
35 % der 28.000 Befragten verstanden sich als nichtbinär/genderqueer.cite-ref-usts-2016-44-20-3[18]
pronomentabelle2 Anfang 2021 befragte der jährliche Gender Census von Cassian Lodge rund 44.500 âGender-Diverseâ weltweit zu ihren Pronomen (Ăźbersetzt): âWenn alle FĂźrwĂśrter von allen akzeptiert und leicht zu lernen wären, welche wĂźrdest du gerne in Bezug auf dich verwendet sehen?â Bei den Top 9 der Antworten fĂźhrt they seit 2015:cite-ref-gendercensus2021-10-10[9]cite-ref-gendercensus2020-31-4[25]
| Pronomen (FĂźrwĂśrter) | 2021 | < 31 | > 30 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| they âŚthemâŚtheirâŚtheirsâŚthemself ( Singular ) | 79,2 % | 80 % | 75 % | 77,5 % | 79,5 % | 77,4 % | 80,5 % | 77,5 % | 74,4 % |
| he âŚhimâŚhisâŚhisâŚhimself (männlich) | 33,8 % | 35 % | 22 % | 30,5 % | 30,8 % | 31,2 % | 27,9 % | 23,4 % | 21,8 % |
| she âŚherâŚherâŚhersâŚherself (weiblich) | 31,7 % | 31 % | 36 % | 29,0 % | 29,0 % | 30,9 % | 29,2 % | 25,0 % | 23,9 % |
| â keine Pronomen , oder vermeiden (nur Name) | 12,6 % | 12 % | 18 % | 13,7 % | 10,3 % | 10,1 % | 10,7 % | 11,0 % | 13,2 % |
| it âŚitsâŚitsâŚitself | 9,3 % | 10 % | 4 % | 5,6 % | 4,4 % | 4,5 % | 4,7 % | 4,8 % | 5,7 % |
| xe âŚxemâŚxyrâŚxyrsâŚxemself | 8,5 % | 9 % | 7 % | 7,4 % | 7,2 % | 7,4 % | 8,2 % | 9,7 % | |
| fae âŚfaerâŚfaerâŚfaersâŚfaeself | 6,1 % | 6 % | 4 % | 5,4 % | 4,3 % | 3,9 % | 4,1 % | 4,1 % | |
| e âŚemâŚeirâŚeirsâŚemself ( Spivak-Pronomen ) | 4,3 % | 4 % | 6 % | 4,6 % | 5,2 % | 5,3 % | 4,8 % | 7,4 % | 9,3 % |
| ze âŚhirâŚhirâŚhirsâŚhirself | 4,2 % | 4 % | 5 % | 4,4 % | 4,7 % | 5,3 % | 6,1 % | 8,7 % | 13,1 % |
| Befragte âgender-diverseâ Personen: | 44.583 | 88 % ( Alter ) 12 % | 88 % ( Alter ) 12 % | 24.576 | 11.242 | 11.278 | 9.934 | 3.055 | 2.901 |
| Davon nonbinary ( siehe oben ) : | 68,2 % | 69 % | 63 % | 66,4 % | 66,6 % | 60,6 % | 65,8 % | 64,6 % | 63,7 % |
11 % der Befragten waren mit allen Pronomen einverstanden, 17 % akzeptierten mehrere in abwechselndem Gebrauch und 9 % wählten die Option âfragend oder weiĂ nichtâ. Rund 35 % der 44.500 Beteiligten gaben an, nur eine Version der Pronomen fĂźr sich zu nutzen, ebenso viele nutzten zwei Pronomen oder akzeptierten ihre Verwendung (vor allem das männliche he und das genderneutrale they), 15 % akzeptierten drei und rund 4 % sogar vier unterschiedliche Pronomen.cite-ref-gendercensus2021-10-11[9]cite-ref-bitchmedia-2020-12-11-139-0[133]
Anredeformen
Die geschlechtsneutrale Anredeform Mx. nahm das Websterâs im Jahr 2016 auf zur mĂśglichen Verwendung anstelle des binären Mr. (Herr) oder Ms. (Frau); die erstmalige Verwendung von Mx. sei 1977 in einem US-Elternmagazin belegt.cite-ref-nbcnews-2019-01-20-140-0[134] Ein Jahr zuvor hatte das TraditionswĂśrterbuch Oxford English Dictionary die Bedeutung von Mx als Titel ergänzt (in der britischen Schreibweise ohne Punkt).cite-ref-welt-2015-05-06-141-0[135]cite-ref-oed-mx-142-0[136] 2019 ermittelt der Gender Census unter 11.000 Befragten weltweit: 33 % wĂźnschen das Weglassen eines Titels in der Ansprache, 31 % bevorzugen Mx., 8,7 % Mr. und 4,7 % Ms. FĂźr genderneutrale (akademische) AbkĂźrzungen wie prof. und dr. sprechen sich 5,5 % aus.cite-ref-gendercensus2020-31-5[25]
Der weltweite Gender Census befragte Anfang 2021 rund 44.500 âGender-Diverseâ (Ăźbersetzt): âAngenommen, alle Anrede-Felder auf Formularen wären optional auszufĂźllen, welche Anredeform wĂźrdest du im Englischen fĂźr dich wollen?â Nur 12 % der Befragten gaben an, Ăźber 30 Jahre alt zu sein. Bei den Top 10 der Antworten fĂźhrt âohne Titelâ seit 2019 wieder:cite-ref-gendercensus2021-10-12[9]cite-ref-gendercensus2020-31-6[25]
| Anrede (Titel) | 2021 | < 31 | > 30 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ohne Titel | 34,7 % | 13 % | 34 % | 34,4 % | 33,0 % | 32,4 % | 30,8 % | 32,9 % | 50,3 % |
| Mx | 24,7 % | 10 % | 25 % | 28,0 % | 31,3 % | 32,6 % | 29,6 % | 34,4 % | 32,0 % |
| Mr | 8,2 % | 3 % | 9 % | 8,6 % | 8,7 % | 8,5 % | 5,0 % | 3,0 % | 4,8 % |
| berufl./akadem. Titel (ungegendert) | 7,3 % | 3 % | 7 % | 5,3 % | 5,5 % | 5,4 % | | | |
| Ms | 4,9 % | 2 % | 5 % | 4,9 % | 4,7 % | 5,7 % | 2,8 % | 2,6 % | 3,6 % |
| unbekannt | 4,3 % | 2 % | 5 % | 3,9 % | 3,5 % | 3,2 % | 4,4 % | 2,4 % | |
| Miss | 3,7 % | 2 % | 4 % | 3,3 % | 3,1 % | 3,5 % | 2,4 % | 1,8 % | 3,3 % |
| Ind (âIndividuumâ) | 3,7 % | 2 % | 4 % | 3,3 % | 3,0 % | 3,0 % | 3,8 % | 2,5 % | |
| nach Tagesstimmung | 3,6 % | 1 % | 4 % | 2,7 % | 2,2 % | 2,0 % | 1,4 % | 1,0 % | |
| nichtbinärer Titel | 2,1 % | 1 % | 2 % | 2,6 % | 2,5 % | 1,5 % | 2,7 % | 3,6 % | |
Ende Januar 2021 gehĂśrte es zu den ersten Amtshandlungen des neuen US-Präsidenten Joe Biden, die genderneutrale Form Mx im Internetangebot der Regierung zur VerfĂźgung zu stellen, damit Nichtbinäre dies bei Online-Kontakten zur Selbstbezeichnung wählen kĂśnnen.cite-ref-news24-2021-01-21-134-1[128]cite-ref-dlf-2021-01-22-143-0[137] Die Website bietet dazu eine Liste von Pronomina zur Auswahl, darunter das neutrale âthey/themâ.cite-ref-news24-2021-01-21-134-2[128]
Andere Sprachen
Siehe auch
:
Genderneutrale Formulierungen in anderen Sprachen
franz-c3-b6sischfranz-sisch FranzĂśsisch
In der franzĂśsischen Sprache gibt es als NeuschĂśpfung das geschlechtsneutrale Pronomen iel (Plural iels), gebildet aus dem männlichen Pronomen il und dem weiblichen elle. Das WĂśrterbuch Le Petit Robert hat 2021 einen zunehmenden Sprachgebrauch festgestellt und im Oktober das Pronomen in seinen Wortschatz aufgenommen als Mittel der communication inclusive (âinklusive Kommunikationâ).cite-ref-144[138]cite-ref-145[139] Es entspricht etwa dem singularen they im Englischen. Der franzĂśsische Bildungsminister Jean-Michel Blanquer hatte im Mai 2021 die Verwendung der so genannten ĂŠcriture inclusive in Ministerien und Schulen untersagt; er sprach sich auch gegen das Neopronomen aus. Auf Kritik an seiner Aufnahme â Gebrauch: âbisher seltenâ â reagierten die Herausgeber des WĂśrterbuchs: âLassen Sie uns die Sache von der positiven Seite sehen: Dass die Kontroverse um unsere Sprache, ihre Entwicklung und ihre Verwendung manchmal lebhaft, manchmal stĂźrmisch sein kann, ist nicht neu, wir kĂśnnen sogar ein hervorragendes Zeichen ihrer Vitalität erkennen.âcite-ref-br-2021-11-17-146-0[140] Die nichtbinäre Person Jul Maroh (zeichnet Comics) nutzt neben dem männlichen il auch das neutrale iel als Personalpronomen.
isl-c3-a4ndischisl-ndisch Isländisch
In der isländischen Sprache gibt es das geschlechtsneutrale Pronomen hĂĄn als Zusammenfassung von âer/sieâ, das dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt ist.cite-ref-147[141] In welchem AusmaĂ sich das Pronomen durchsetzt ist noch nicht klar.cite-ref-148[142] 2019 wurde in Island das âGesetz zur Geschlechterautonomieâ verabschiedet. Damit wurde einerseits die Geschlechtseindeutigkeit von Vornamen abgeschafft, andererseits wurde bei Nachnamen mit dem Kompositionselement -bur eine Option fĂźr nichtbinäre Personen eingefĂźhrt, neben -son (männlich â-sohnâ) und -dĂłttir (weiblich â-tochterâ). Im Unterschied zum deutschsprachigen Raum besteht ein isländischer Personenname meistens nicht aus Vor- und Familienname, sondern aus Vorname plus Vatername (Patronym), oder seltener Muttername. Familiennamen gibt es nur in Ausnahmefällen.cite-ref-149[143]
Aktionstage
⢠aktionstaginternationaler-tag-der-nichtbin-c3-a4ren-menscheninternationaler-tag-der-nichtbin-ren-menschen 14. Juli: Internationaler Tag der nichtbinären Menschen (International Non-Binary Peopleâs Day: #NonBinaryDay),cite-ref-150[144]cite-ref-metropoljournal-2021-07-13-151-0[145] zeitlich genau zwischen dem Internationalen Frauentag im März und dem Internationalen Männertag im November. Der Vorschlag hierzu wurde 2012 in einem kanadischen Blog verĂśffentlicht und in der Folge aufgegriffen;cite-ref-fiercefemme-2012-03-08-152-0[146] 2019 berichtete unter anderen das US-Nachrichtenmagazin Newsweek darĂźber.cite-ref-newsweek-2019-07-14-153-0[147] Als erste Stadt Deutschlands hisste Mannheims Verwaltung am 14. Juli 2021 vier Nonbinary-Pride-Flaggen am Rathaus.cite-ref-metropoljournal-2021-07-13-151-1[145]
Weitere Aktionstage mit Beteiligung nichtbinärer Personen:
⢠31. März: Internationaler Tag fßr trans* Sichtbarkeit (International Transgender Day of Visibility: TDoV), seit 2009 begangen zur Demonstration der Leistungen und Erfolge von transgender und gender-nonkonformen Menschen.cite-ref-154[148]cite-ref-155[149]cite-ref-156[150]
⢠17. Mai: Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (International Day Against Homophobia, Transphobia and Biphobia: IDAHOBIT), seit 2005 begangen, um auf die Diskriminierung und Benachteiligung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität hinzuweisen.cite-ref-157[151]
⢠11. Oktober: Coming-out-Tag (Coming Out Day: COD), Aktionstag zum Thema âComing-outâ.cite-ref-158[152]
⢠Oktober, dritter Mittwoch (19. Oktober 2022): Internationaler Tag der Pronomen (International Pronouns Day), 2018 ins Leben gerufen von einer Initiative, um den Respekt und das Teilen von Personalpronomen (persÜnlichen FßrwÜrtern) sowie die allgemeine Bildung dazu zu verstärken.cite-ref-159[153]cite-ref-160[154]cite-ref-161[155]
⢠20. November: Gedenktag fßr die Opfer von Transphobie (Transgender Day of Remembrance: TDoR), 1998 begrßndet von Gwendolyn Ann Smith, um der Opfer transphober Gewalt zu gedenken.cite-ref-br-2021-11-20-162-0[156]cite-ref-163[157]
Flaggen
Es gibt verschiedene Flaggen, um das nichtbinäre Spektrum oder Teile davon zu repräsentieren, beispielsweise bei Pride-Paraden (englisch pride: âStolz, SelbstwertgefĂźhlâ):cite-ref-164[158]cite-ref-nonbinary-wiki-pridegallery-165-0[159]cite-ref-genderwiki-prideflags-166-0[160]cite-ref-pinknews-2020-06-01-167-0[161]cite-ref-168[162]
genderqueer-flagge Genderqueer
!!!! = Agender-Identitäten oder geschlechtliche Neutralität
ďťż!ďťż!ďťż!ďťż! = Identitäten auĂerhalb des binären Systems oder ohne Bezug dazu (Komplementärfarbe des Lavendel-Farbtons)
Die Flagge wurde im Juni 2011 von Marilyn Roxie entworfen und unter Creative Commons freigegeben als Erweiterung der 1999 von Monica Helms entworfenen Transgender Pride Flag ().cite-ref-roxie-2013-04-4-1[4]cite-ref-roxie-2011-12-04-58-1[52]
genderfluid-flagge Genderfluid
ďťż!ďťż!ďťż!ďťż! = Pink fĂźr Weiblichkeit
ďťż!ďťż!ďťż!ďťż! = WeiĂ fĂźr alle Geschlechter
!!!! = Lila fßr beide: Weiblichkeit und Männlichkeit
ďťż!ďťż!ďťż!ďťż! = Schwarz fĂźr die Abwesenheit von Geschlecht
!!!! = Blau fßr Männlichkeit
nonbinary-flagge Nonbinary
ďťż!ďťż!ďťż!ďťż! = Geschlechtsidentitäten auĂerhalb der Zweigeschlechtlichkeit
ďťż!ďťż!ďťż!ďťż! = Personen mit vielen oder allen Geschlechtern (Farbton: âKosmisch-Latteâ)
!!!! = Mischung von männlich/weiblich, oder dazwischen
ďťż!ďťż!ďťż!ďťż! = Personen, die kein Geschlecht haben (wollen)
Die Flagge wurde im Februar 2014 von der/dem 17-jährigen nichtbinären Kye Rowan unter dem Benutzernamen thejasmineelf auf Tumblr entwickelt und unter Creative Commons gestellt, um die Genderqueer-Flagge von 2011 mit weiteren Ausprägungen zu ergänzen.cite-ref-rowan-2014-02-2-1[2]cite-ref-missy-2017-10-04-3-2[3]
agender-flagge Agender
Schwarz und weià stehen fßr Abwesenheit von Geschlecht, Grau fßr Teilgeschlechtlichkeit oder Halbgeschlechtslosigkeit, Grßn repräsentiert nichtbinäre Geschlechtlichkeit (invers zu Lila: ohne Bezug zu männlich/weiblich).
Filmkultur
Es gibt einige Filmprojekte von nichtbinären Personen oder ßber und mit ihnen:
⢠1998 dreht die Hamburger Regisseurin Monika Treut in San Francisco in Kooperation mit WDR und Arte den Dokumentarfilm Gendernauts â eine Reise durch das Land der Neuen Geschlechter (englisch: A Journey through shifting identities); er gilt als das erste Gruppenporträt nichtbinärer Menschen.cite-ref-gendernauts-1998-171-0[165]
⢠Ab 2016 arbeiten die nichtbinären Filmemacher Owl Fisher und Fox Fisher an dem andauernden Filmprojekt My Genderation, das in vielen einzelnen Kurzfilmen das Leben und die Erfahrungen von transgeschlechtlichen und genderqueeren Personen porträtiert.cite-ref-172[166]
⢠2018 grĂźnden Sandra Polchow, Kate Bergmann und Juli Lenz das Berlin Lesbian Non-Binary Filmfest (BLNfilmfest).cite-ref-bln-team-173-0[167]cite-ref-174[168] Ende 2019 veranstalten sie ihr zweites Filmfestival mit thematischen Schwerpunkten wie âRainbow-Family, Trans*gender im Sport, Queer*feminismus in der Musik und zugehĂśrenden Film-Talksâ.cite-ref-175[169]
⢠2018 erstellt das Wissenschaftsmagazin Quarks des WDR-Fernsehens die Dokumentation Junge oder Mädchen? Warum es mehr als zwei Geschlechter gibt, zu der mehrere Autoren Beiträge liefern: âDabei gibt es Variationen â so häufig, dass immer mehr Forscher das Geschlecht als Kontinuum betrachten, auf dem âweiblichâ und âmännlichâ nur die Endpole sind.âcite-ref-wdr-2018-04-10-176-0[170]
⢠2018 erscheint die WDR-Dokumentation von Franziska Ehrenfeld, Insa Rauscher und Hannah Reineke: Männlich, weiblich â oder was? Leben mit dem dritten Geschlecht, in der drei intergeschlechtliche Personen die Suche nach ihrer geschlechtlichen Rolle schildern.cite-ref-wdr-2018-177-0[171]
⢠2018 drehen die Ăśsterreichischen Filmemacherinnen Constanze GrieĂler und Franziska Mayr-Keber fĂźr den Ăsterreichischen Rundfunk (ORF) die Dokumentation Die Abschaffung der Geschlechter Ăźber Geschlechterrollen und ihre AuflĂśsung, Ăźber PersĂśnlichkeitsrechte intergeschlechtlicher Menschen und Ăźber gendergerechte Sprache.cite-ref-178[172]
⢠2020 auf der Berlinale hat der Dokumentarfilm Always Amber von Lia Hietala und Hannah Reinikainen seine Weltpremiere: Er handelt von der 17-jährigen Person Amber, die sich in Schweden als nichtbinär versteht und ihren Weg sucht. Der Film wurde grĂśĂtenteils von den Jugendlichen mit Handy gefilmt und beschreibt in persĂśnlichen Aufnahmen, wie wichtig ein tolerantes soziales Umfeld fĂźr die Entwicklung der eigenen Geschlechtsidentität ist.cite-ref-tagesspiegel-2020-02-28-179-0[173]
⢠2020 dreht der Schweizer Filmemacher Manuel Gßbeli fßr die 3sat-Reihe Ab 18! ein Porträt von Sascha Rijkeboer als nichtbinäre, aktivistische Trans-Person.cite-ref-180[174]cite-ref-missy-2020-12-15-181-0[175]cite-ref-182[176]cite-ref-watson-2021-11-10-183-0[177]
⢠2020 bis 2024 trat in der Star-Trek-Serie Star Trek: Discovery der nichtbinäre Mensch Adira Tal auf, dargestellt von der nichtbinären Person Blu del Barrio.cite-ref-184[178]cite-ref-185[179] Davor traten bereits in anderen Star-Trek-Serien auĂerirdische Spezies auf, die vom binären Geschlechtssystem abweichen.cite-ref-186[180] So hat die in Star Trek: Raumschiff Voyager auftretende Spezies 8472 fĂźnf Geschlechter. Auch die Spezies der Rigelianer, die in verschiedenen Serien vorkommt, hat mehrere Geschlechter (vier oder fĂźnf).cite-ref-187[181] Bei Star Trek: Enterprise tritt die Spezies der Vissianer auf, bei ihr gibt es als drittes Geschlecht den Cogenitor.cite-ref-188[182]
⢠2021 dreht das ZDF-Kulturmagazin aspekte unter dem Titel Nonbinarität â Weder Mann noch Frau: Ausweg aus dem Geschlechterkampf? einen Bericht zum Queerfeminismus und interviewt unter anderem die nichtbinäre Schriftstellerin Sasha Marianna Salzmann und den warnenden Philosophen Christoph TĂźrcke (âMachbarkeitswahnâ von Geschlechtlichem).cite-ref-aspekte-2021-03-05-189-0[183]
⢠Mitte 2021 zeigt das hr-fernsehen eine Reportage von Silke Kujas unter dem Titel agender â Mein Geschlecht ist mir egal! Robin, 25 Jahre, hat eine Hormonbehandlung sowie eine Brustentfernung hinter sich und sieht sich nach drei Jahren endlich angekommen als âgeschlechtslosâ. FĂźr den Partner ist die Liebe zu Robin weiterhin personenbezogen, das Geschlecht spielt fĂźr ihn keine Rolle (vergleiche Pansexualität).cite-ref-190[184]
⢠2022 spielte Lea Drinda in der Serie Becoming Charlie eine nichtbinäre Person namens Charlie auf der Suche nach ihrer Identität.cite-ref-191[185]
Siehe auch
:
Filme und Serien mit Bezug auf Transgeschlechtlichkeit
,
auf Intergeschlechtlichkeit
und
auf queere Themen
Siehe auch
⢠Gendergerechte Schreibweisen im Deutschen (mit Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich)
⢠Geschlechtsspezifische Verfolgung (Ăberbegriff in VĂślkerrecht und nationalen Asylrechtssystemen)
⢠Geschlechterwissen (wissenssoziologischer Oberbegriff)
⢠Genderkompetenz (Schlßsselqualifikation, um relevante Geschlechteraspekte zu erkennen und gleichstellungsorientiert zu bearbeiten)
⢠Postgender/Postgenderismus (sozialpolitisches Konzept des Ignorierens oder Abschaffens staatlicher Geschlechtsbestimmungen)
⢠Januarius, Heiliger der Androgynen (Bischof von Neapel und christlicher Märtyrer um 305 n. Chr.)
Literatur
2020:
⢠Anatol Dutta, Matteo Fornasier: Jenseits von männlich und weiblich â Menschen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung im Arbeitsrecht und Ăśffentlichen Dienstrecht des Bundes. Herausgegeben von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Berlin, März 2020 (Rechtsgutachten; Downloadseite, Infoseite).
⢠Dennis Baron: Whatâs Your Pronoun? Beyond He and She. Liveright, New York/London Januar 2020, ISBN 978-1-63149-604-2 (englisch; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
2019:
⢠Anna Katharina Mangold, Maya Markwald, Cara RĂśhner: Rechtsgutachten zum Verständnis von âVarianten der Geschlechtsentwicklungâ in § 45b Personenstandsgesetz. Dezember 2019 (gefĂśrdert vom Bundesfamilienministerium; PDF: 390 kB, 24 Seiten auf dgti.org).
⢠Lann Hornscheidt, Lio Oppenländer: Exit gender â Gender loslassen und strukturelle Gewalt benennen: eigene Wahrnehmung und soziale Realität verändern. w_orten & meer, Berlin 2019, ISBN 978-3-945644-17-1.
⢠Micah Rajunov, A. Scott Duane (Hrsg.): Nonbinary: Memoirs of Gender and Identity. Columbia University Press, New York 2019, ISBN 978-0-231-18533-2 (englisch; Beiträge von 20 Autoren; Besprechung von Rebecca Rafferty).
2018:
⢠Sarah Gibson, J. Fernandez: Gender diversity and non-binary inclusion in the workplace: the essential guide for employers. Jessica Kingsley Publishers, London/Philadelphia 2018, ISBN 978-1-78450-523-3 (englisch; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
⢠Jennifer K. Bosson, Joseph A. Vandello, Camille E. Buckner: The Psychology of Sex and Gender. Sage, Los Angeles Januar 2018, ISBN 978-1-5063-3132-4 (englisch; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
2017:
⢠Riki Wilchins: Burn the Binary! Selected Writings on the Politics of Trans, Genderqueer and Nonbinary. Riverdale Avenue Books, Riverdale NY 2017, ISBN 978-1-62601-407-7 (Artikelsammlung; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
⢠Previn Karian (Hrsg.): Critical & Experiential: Dimensions in Gender and Sexual Diversity. Resonance, Eastleigh 2016, ISBN 978-0-9957625-0-3 (englisch; Beiträge zum Thema ânichtbinäre Identitätâ von Forschern, Ărzten und Aktivisten aus GroĂbritannien, USA, Kanada, Russland und Indien).
⢠Meg John Barker: Nonbinary Genders. In: Abbie E. Goldberg (Hrsg.): The SAGE Encyclopedia of LGBTQ Studies. Sage, Thousand Oaks CA 2016, ISBN 978-1-4833-7131-3, S. 816â820 (englisch; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
⢠Christina Richards, Walter Pierre Bouman u. a.: Non-binary or genderqueer genders. In: International Review of Psychiatry. Band 28, Nr. 1, Januar 2016, S. 95â102 (englisch; doi:10.3109/09540261.2015.1106446; Volltext: PDF: 872 kB, 9 Seiten auf ugent.be).
2010:
⢠Kate Bornstein, S. Bear Bergman: Gender Outlaw: The Next Generation. Seal Press, Berkeley 2010, ISBN 978-1-58005-308-2 (englisch; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
2002:
⢠Joan Nestle, Clare Howell, Riki Anne Wilchins (Hrsg.): GenderQueer: Voices from Beyond the Sexual Binary. Alyson Books, Los Angeles 2002, ISBN 1-55583-730-1 (englisch).
Vor 2000:
⢠Kate Bornstein: Gender Outlaw: On Men, Women, and the Rest of Us. Routledge, New York/London 1994, ISBN 0-415-90897-3 (englisch; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
Weblinks
Commons
: Nichtbinäre Personen
(non-binary people)
â Bilder und Mediendateien
Commons
: Genderqueere Personen
(genderqueer people)
Commons
: Gender-Nonkonformität
(gender non-conformity)
Wiktionary: nichtbinär
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: genderqueer
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: Enby
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Literatur von und ßber Nichtbinäre Geschlechtsidentität im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Regenbogenportal: Geschlechtsidentitäten jenseits von männlich und weiblich (gefÜrdert vom deutschen Bundesfamilienministerium).
⢠LGBTIQ*-Podcast von PULS, BR: Nonbinär & genderqueer â was bedeutet das? 20. Januar 2021 (49:31 Minuten).
Einzelnachweise
⢠(bpb:) Bundeszentrale fßr politische Bildung (bpb): LSBTIQ-Lexikon. 22. März 2017, abgerufen am 8. Mai 2022 (erstellt von Arn Sauer, Politologe und Mitarbeiter fßr Gender-Mainstreaming am deutschen Umweltbundesamt).
cite-note-vorbemerkung-6bpb: 1. â LSBTIQ-Lexikon 2017: Vorbemerkung. (Memento vom 9. Juni 2020 im Internet Archive).
cite-note-androgynit-t-14bpb: 2. â LSBTIQ-Lexikon 2017: Androgynität / Androgyn.
cite-note-gender-queer-22bpb: 3. â LSBTIQ-Lexikon 2017: Gender-queer.
cite-note-queer-23bpb: 4. â LSBTIQ-Lexikon 2017: Queer / queer lebende Menschen.
cite-note-gender-fluid-24bpb: 5. â LSBTIQ-Lexikon 2017: Gender-fluid.
cite-note-polygender-29bpb: 6. â LSBTIQ-Lexikon 2017: Polygender.
⢠Sonstige Belege
cite-note-11. â § 9 SGB 8 â Einzelnorm. Abgerufen am 14. Juni 2025.
cite-note-rowan-2014-02-22. Kye Rowan: Genderweird: After counting up all the âvotesâ for each variation of my nonbinary flag⌠(Memento vom 16. Juli 2019 im Internet Archive) In: tumblr.com. Juli 2014, abgerufen am 22. November 2019 (englisch; Farbcodes (Memento vom 4. Juni 2019 im Internet Archive)); Zitat: âYellow is representative of being outside the binary, as it is a color often used to distinguish something as its own. White is the photological presence of all color/light. This is to represent people who are many or all genders. Purple represents the fluidity and multiplicity of many gender experiences, the uniqueness and flexibility of nonbinary people, as well as representing those whose gender experiences include being of or between female and male. Black is the photological absence of color/light. This is to represent agender or genderlessness.â
cite-note-missy-2017-10-04-33. Yori Gagarim: Hä? Was heiĂt denn nicht-binär? In: Missy Magazine. 4. Oktober 2017, abgerufen am 8. November 2019.
cite-note-roxie-2013-04-44. Marilyn Roxie: About the Flag. In: GenderQueerID.com. Genderqueer and Non-Binary Identities, April 2013, abgerufen am 22. November 2019 (englisch); Zitat: âLavender (#b57edc): The mixture of blue and pink (traditional colors associated with men and women [âŚ]) as lavender is meant to represent androgynes and androgyny. Also represents the âqueerâ in genderqueer, as lavender is a color that has long been associated with âqueernessâ [âŚ] White (#ffffff): Meant to represent agender identity, congruent with the gender neutral white on the transgender pride flag. Dark chartreuse green (#4A8123): The inverse of lavender; meant to represent those whose identities which are defined outside of and without reference to the binary. [âŚ] The three colors are not meant to indicate that any of these identities are entirely separate or opposites of one another conceptually; they are all interrelated as well as key concepts in their own right, and there are more concepts and variation of gender and sexuality present that tie into genderqueer identities than can be listed here. The purpose of the flag is to help create visibility for the genderqueer community and related identities. [âŚ] Please note that the design is not related to the any UK suffragette colors, flags, or other symbols.â
cite-note-regenbogenportal-nicht-bin-r-55. â Regenbogenportal: Nicht-binär, non-binary. Bundesministerium fĂźr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Mai 2019, abgerufen am 14. Juli 2021.
cite-note-usts-2016-40-76. â Sandy E. James, Jody L. Herman u. a.: The Report of the 2015 U.S. Transgender Survey. Hrsg.: National Center for Transgender Equality (NCTE). Washington DC Dezember 2016, final 1. Juni 2017, S. 40 (englisch; PDF: 2,1 MB, 302 Seiten auf transequality.org; USTS-Website).
cite-note-webster-nonbinary-87. â WĂśrterbucheintrag: nonbinary (adjective) c): In: Merriam-Websterâs Dictionary. 2019, abgerufen am 8. November 2019 (englisch). Ebenda: genderqueer: âof, relating to, or being a person whose gender identity cannot be categorized as solely male or femaleâ. Ebenda: gender-fluid: âof, relating to, or being a person whose gender identity is not fixedâ.
cite-note-lccn-nonconforming-98. â Vergleiche die US-amerikanische Library of Congress Control Number: LCCN sh2017-004882. In: LCCN.loc.gov. 24. Januar 2019, abgerufen am 22. November 2019 (englisch); Zitat: âTopical heading: Gender-nonconforming people â Variant(s): Gender-creative people [âŚ] Genderqueer people, Non-binary people.â Ebenda: Gender-nonconforming people: âChange Notes: 2017-11-09: new; 2019-01-24: revised.â
cite-note-gendercensus2021-109. â Cassian Lodge (Initiator): Gender Census 2021: Worldwide Summary. In: GenderCensus.com. 1. April 2021, abgerufen am 10. April 2021 (englisch; Langfassung). Frage: âQ1. Identity words: Which of the following best describe(s) in English how you think of yourself?â Frage: âQ2. Titles: Supposing all title fields on forms were optional and write-your-own, what would you want yours to be in English?â Frage: âQ3. Pronouns: Supposing all pronouns were accepted by everyone without question and were easy to learn, which pronouns are you happy for people to use for you in English?â Tabellen zum Vergleich 2015â2021 auf Google Tabellen: Identity word. Pronoun set. Title.
cite-note-regenbogenportal-nonkonform-1110. â Regenbogenportal: Gender(non)konform. Bundesministerium fĂźr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Mai 2019, abgerufen am 30. Oktober 2020.
cite-note-bosson-2018-9-1211. â Jennifer K. Bosson, Joseph A. Vandello, Camille E. Buckner: The Psychology of Sex and Gender. Sage, Los Angeles Januar 2018, ISBN 978-1-5063-3132-4, S. 9â11 (englisch; Leseprobe ohne Seitenzahlen in der Google-Buchsuche); Zitat: âGender Identity [âŚ] * Transgender: Describes people whose psychological gender identity does not align with their assigned sex at birth. * Agender: Describes people who feel internally ungendered. [âŚ] * Genderqueer: Describes people who identify as neither, both, or a combination of man and woman. * Gender fluid: Describes people whose gender identity shifts or changes flexibly rather remaining constant. * Bigender: Describes people who shift between gender identities as woman and man. * Trigender: Describes people who shift among woman, man, and third gender identities.â
cite-note-oed-nonbinary-1312. â Oxford English Dictionary: nonbinary. (Memento vom 22. September 2020 im Internet Archive) In: lexico.com. Abgerufen am 8. November 2019 (englisch); Zitat: ânonbinary (adjective) 1.1: Denoting or relating to a gender or sexual identity that is not defined in terms of traditional binary oppositions such as male and female or homosexual and heterosexual.â Ebenda: genderqueer. (Memento vom 25. Oktober 2020 im Internet Archive) âDenoting or relating to a person who does not subscribe to conventional gender distinctions but identifies with neither, both, or a combination of male and female genders.â Ebenda: gender-fluid. (Memento vom 10. April 2021 im Internet Archive) âDenoting or relating to a person who does not identify themselves as having a fixed gender.â
cite-note-1513. â Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und Trans-Gesundheit. S3-Leitlinie zur Diagnostik, Beratung und Behandlung. In: Timo O. Nieder, Bernhard StrauĂ (Hrsg.): Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und Trans-Gesundheit. Nomos Verlagsgesellschaft, 2021, S. 23â192, doi:10.30820/9783837977585-23.
cite-note-public-oed-2018-03-29-1614. â Jonathan Dent: Release notes: the formal language of sexuality and gender identity. In: Public.OED.com. 29. März 2018, abgerufen am 8. November 2019 (englisch); Zitat: âUmbrella Terms and Wildcards: These days, the terms transgender and trans are both frequently used to refer to a broad range of non-traditional gender identities, experiences, and expressions. [âŚ] The idea of the transgender umbrella appears to have started life in the early- to mid-1990s [âŚ]â.
cite-note-franzen-2010-7-1917. â Jannik Franzen, Arn Sauer: Benachteiligung von Trans*Personen, insbesondere im Arbeitsleben. Hrsg.: Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), Berlin Dezember 2010, S. 7 (antidiskriminierungsstelle.de [PDF; 899 kB; 118 S.]). Zitat: âTrans* ist ein recht junger, im deutschsprachigen Raum inzwischen verbreiteter, weit gefasster Oberbegriff fĂźr eine Vielfalt von Identitäten und Lebensweisen. Dabei dient der Stern * als Platzhalter fĂźr diverse Komposita.â
cite-note-usts-2016-44-2018. â Sandy E. James, Jody L. Herman u. a.: The Report of the 2015 U.S. Transgender Survey. Hrsg.: National Center for Transgender Equality (NCTE). Washington DC Dezember 2016, final 1. Juni 2017, S. 44/45 (englisch; PDF: 2,1 MB, 302 Seiten auf transequality.org; USTS-Website).
cite-note-2119. â Intersexualität / intersexuell. In: LSBTIQ-Lexikon.
cite-note-freitag-2017-01-18-2520. â Sarah Marsh, Redakteurin des Guardian: âWir sind kein Trendâ. In: derFreitag.de. 18. Januar 2017, abgerufen am 8. November 2019 (Ăźbersetzte Version von Holger Hutt); Zitat: âDie Generation Y wird gern auch als die Gender-fluide Generation bezeichnet [âŚ] Bei der Guardian-Umfrage haben sich 104 Menschen gemeldet, die sich mal mehr, mal weniger Gender-fluid fĂźhlen. FĂźr manche von ihnen bedeutet das sogar, zwischen einer ganzen Reihe von Geschlechtern hin und her zu wechseln.â
cite-note-nzz-2017-03-15-2621. â Simone Leimgruber: Trendthema ÂŤGender FluidityÂť: Kaleidoskop der Geschlechter. In: NZZ.ch. 15. März 2017, abgerufen am 8. November 2019; Zitat: âAls ÂŤfliessendes GeschlechtÂť steht Gender Fluidity fĂźr den dynamischen Wechsel von männlichen, weiblichen und geschlechtsneutralen Empfindungen. Diese folgen keiner vorgegebenen Struktur, sind nicht permanent ausgeprägt und zudem unabhängig von zeitlichen Phasen. Gender-fluide Menschen erleben und zelebrieren wechselnde Tendenzen ihres Geschlechts. Der KĂśrper ist eine Art ÂŤneutraler RaumÂť, der je nach Stimmung männlichen wie weiblichen (oder auch neutralen) GefĂźhlen Raum bietet, ohne dass ein Wechsel offensichtlich sein muss. Die wahrgenommene Geschlechter-ZugehĂśrigkeit von gender-fluiden Menschen ist ein interner Prozess und hat vorderhand wenig mit Ăusserlichkeiten, Geschlechtsteilen und Sexualität zu tun. Anders als bei den Transgender-Menschen wird keine definitive Verwandlung zum anderen Geschlecht angestrebt. Gender-Fluide verkleidet sich auch nicht, wie es etwa Crossdresser tun. Ihre vielfältige geschlechtliche Identität steht in einer Symbiose zueinander. Das (Ver-)Fliessende drĂźckt sich dabei oft in einem androgynen Look aus, der gleichzeitig männliche und weibliche Merkmale hat.â
cite-note-2722. â Xenia: Bigender. In: Queer Lexikon. 15. Juni 2017, abgerufen am 14. Juni 2025.
cite-note-webb-2019-48-53-2823. â Madison-Amy Webb: A Reflective Guide to Gender Identity Counselling. Jessica Kingsley Publishers, London/Philadelphia 2019, ISBN 978-1-78592-383-8, S. 48 (englisch; Seitenansicht in der Google-Buchsuche); Zitat: âPangender: A non-binary gender defined as being more than one gender. A pangender person may consider themselves a member of all genders.â S. 53: âTrigender: A non-binary identity in which one shifts among three genders, which could include male, female and a non-binary gender. Someone who is also genderqueer may mix two or more genders at a time.â
cite-note-3024. â Misty M. Ginicola, Cheri Smith, Joel M. Filmore (Hrsg.): Affirmative Counseling with LGBTQI+ People. John Wiley & Sons, New York 2017, ISBN 978-1-119-37549-4, S. 365â366 (englisch; Glossar; Seitenvorschauen in der Google-Buchsuche).
cite-note-gendercensus2020-3125. â Cassian Lodge (Initiator): Gender Census 2020: Worldwide Report. In: GenderCensus.com. 2. November 2020, abgerufen am 3. Dezember 2020 (englisch). Alle Rohdaten-Tabellen sind einsehbar in Google Spread Sheets. Tabellen zum Vergleich 2015â2020 finden sich unter dem Titel 2013â2020 popularity over time [Gender Census]: Identity word. nonbinary vs. non-binary (Gender Census 2018). Pronoun set. Title.
cite-note-3226. â Bundeszentrale fĂźr politische Bildung: Agender. Abgerufen am 14. Juni 2025.
cite-note-richards-2016-95-3327. â Christina Richards, Walter Pierre Bouman u. a.: Non-binary or genderqueer genders. In: International Review of Psychiatry. Band 28, Nr. 1, Januar 2016, S. 95â102, hier S. 95/96 (englisch; doi:10.3109/09540261.2015.1106446; Volltext: PDF: 872 kB, 9 Seiten auf ugent.be).
cite-note-gibson-2018-123-3428. â Sarah Gibson, J. Fernandez: Gender diversity and non-binary inclusion in the workplace: the essential guide for employers. Jessica Kingsley Publishers, London/Philadelphia 2018, ISBN 978-1-78450-523-3, S. 123 (englisch; Seitenansicht in der Google-Buchsuche); Zitat: âDEMI-GENDER: a person with a demi-gender may be part or mostly one gender and part or mostly one of another. For example, a demi-boy may be someone who is mostly a boy, but can be part of something else. [âŚ] ENBY: a shorthand term for ânon-binaryâ (from the initials NB). Often used by younger non-binary people.â
cite-note-yaghoobifarah-2016-06-16-3529. â Hengameh Yaghoobifarah, selber nichtbinär: Homosexualität: LGBT, ist das ein Mobilfunkstandard? In: Zeit Online. 16. Juni 2016, abgerufen am 8. November 2019.
cite-note-3630. â Xenia: Demisexuell. In: Queer Lexikon. 15. Juni 2017, abgerufen am 14. Juni 2025.
cite-note-3731. â Demisexuality Resource Center: Was ist Demisexualität? In: Demisexuality.org. 2015, abgerufen am 14. Juli 2021 (Ăźbersetzt aus dem Englischen).
cite-note-ads-2020-11-15-3832. â TamĂĄs Jules FĂźtty, Marek Sancho HĂśhne, Eric Llaveria Caselles: Geschlechterdiversität in Beschäftigung und Beruf: Bedarfe und UmsetzungsmĂśglichkeiten von Antidiskriminierung fĂźr Arbeitgeber_innen. Herausgegeben von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS). Berlin, November 2020, S. 15â17: Begriffe zu geschlechtlicher Vielfalt, hier S. 16 (Studie zu Geschlechterdiversen; Downloadseite; Infoseite).
cite-note-3933. â Queeres Netzwerk Niedersachsen e. V. (QNN): Abinäre Personen in der Beratung: Eine praktische Handreichung fĂźr Berater*innen und Multiplikator*innen. Hannover September 2018 (PDF: 3 MB, 32 Seiten auf uni-bremen.de).
cite-note-4034. â TransInterQueer e. V.: Trans* in den Medien: Informationen fĂźr Journalist_innen. 2. Auflage. Berlin, Dezember 2014, S. 8 (PDF: 1,5 MB, 24 Seiten (Memento vom 11. Mai 2021 im Internet Archive) auf transinterqueer.org).
cite-note-sauer-2015-119-4135. â Arn Thorben Sauer: Gutachten: Begrifflichkeiten, Definitionen und disziplinäre Zugänge zu Trans- und Intergeschlechtlichkeiten. Begleitmaterial zur Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität â Band 1. Hrsg.: Bundesministerium fĂźr Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin Mai 2015, S. 119 (PDF: 1,1 MB, 134 Seiten auf bmfsfj.de).
cite-note-sauer-2015-121-4236. â Arn Thorben Sauer: Gutachten: Begrifflichkeiten, Definitionen und disziplinäre Zugänge zu Trans- und Intergeschlechtlichkeiten. Begleitmaterial zur Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität â Band 1. Hrsg.: Bundesministerium fĂźr Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin Mai 2015, S. 121 (PDF: 1,1 MB, 134 Seiten auf bmfsfj.de); Zitat: âAuch Menschen, die als weder*noch*, (gender-)queer, non-gender/nicht-geschlechtlich u. Ă. jenseits der Geschlechterpolarität leben, kĂśnnen sich â mĂźssen sich jedoch nicht â als inter* und/oder trans* verstehen (Franzen/Sauer 2010: 7 ff.). Wichtig hervorzuheben ist, dass solche Identifizierungsprozesse unabhängig von einem ggf. intergeschlechtlichen KĂśrper oder einem als im Zweigeschlechtersystem fĂźr normal geltenden KĂśrper sind.â
cite-note-bmfsfj-2017-6-4337. â Bundesministerium fĂźr Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Zusammenfassung Forschungsergebnisse und Erkenntnisse des Bundesministeriums fĂźr Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus der Begleitarbeit zu der Interministeriellen Arbeitsgruppe âInter- und Transsexualitätâ (IMAG). Begleitmaterial zur Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität â Band 12. Berlin November 2017, S. 6, 10 und 14 (PDF: 823 kB, 32 Seiten auf bmfsfj.de).
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